Vom Sprachtrainer zum Trainingsmanager
Längst müssen Mitarbeiter international agierender Firmen perfekte Sprachkenntnisse mindestens im Englischen vorweisen. Zusätzliche Weiterbildungskurse innerhalb oder außerhalb der Firmen sollen außerdem dafür sorgen, dass die Mitarbeiter sprachlich auf dem Laufenden bleiben – und zwar orientiert am Arbeitsalltag. Für diese Kurse werden spezielle Trainer gebraucht.
23.01.2007 ArtikelUnd die müssen nicht bloß Spezialisten in Sachen Sprachen sein, sondern als Trainingsmanager die Sprachvermittlung an den beruflichen Situationen ihrer Teilnehmer ausrichten können. Eine solche Qualifizierung für Trainerinnen und Trainer in der Wirtschaft haben Personalwickler der Unternehmen Henkel, Bosch, 3M Deutschland und Skylight vor einigen Jahren unter dem Namen „Corporate Communication and Language Certificate (CLTC)“ konzipiert. Als international agierende Firmen wissen sie sehr genau, über welche Sprachkompetenzen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen müssen. Sie haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass es an qualifizierten Trainerinnen und Trainern zur Schulung der Mitarbeiter fehlt.
Mit großem Erfolg hat dann die Henkel KGaA diese Fortbildung als Pilotprojekt hausintern umgesetzt und alle Sprachtrainer der Firma weitergebildet. Auf der didacta 2006 schließlich wurde das Konzept mit dem Weiterbildungs-Innovations-Preis (WIP) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ausgezeichnet.
Doch das ausgezeichnete Trainingskonzept sollte nicht allein auf die beteiligten Firmen beschränkt bleiben, sondern für viele Trainer zugänglich sein. Dafür sorgt nun das universitätsnahe Institut für Internationale Kommunikation (IIK) in Düsseldorf. Der Bedarf ist groß, so haben an den Kursen im vergangenen Jahr auch Fremdsprachenlehrer aus Österreich und der Schweiz teilgenommen. In diesem Jahr wird das Programm deshalb sogar international ausgeschrieben.
Viele Sprachtrainer arbeiten freiberuflich und „man kann es sich heutzutage gerade als Freiberufler nicht mehr leisten, ’nur‘ Sprachexperte zu sein“, weiß Institutsleiter Matthias Jung. „Oft“, so Jung, „besteht die einzige formale Qualifikation der Fremdsprachentrainer in der Tatsache, Native Speaker zu sein.“ Andere Trainer kommen aus der traditionellen Lehrerbildung. „Wenn man Fremdsprachen studiert, dann lernt man noch mehr Linguistik, noch mehr Grammatik, sicher auch Didaktik, aber es wird nicht deutlich gemacht, was der Unterschied zwischen Firmentraining und dem Unterricht an allgemeinbildenden Schulen ist,“ so der Weiterbildungsexperte. Deswegen werden mit diesem Programm Qualifikationen vermittelt, die in einem Fremdsprachenstudium nicht erworben werden. Erst in diesem Fortbildungskurs lernen die Teilnehmer Kommunikationstrainings für die Firmen effizient zu planen und umzusetzen. Nach erfolgreicher Teilnahme haben sie dann das „Corporate Communication and Language Certificate (CLTC)“ in der Tasche und können sich gegenüber Firmen mit diesem Qualifikationsnachweis als Experten, nämlich als Trainingsmanager, ausweisen.
Knapp eintausend Euro kostet der komplette Kurs. Wer über die erforderlichen Voraussetzungen verfügt, kann sogar durch ein Sti-pendium gefördert werden. Informationen darüber erhalten Interessenten beim Institut für Internationale Kommunikation in Düsseldorf.
DAZU AUF DER DIDACTA 2007:
- Der Weiterbildungs-Innovations-Preis (WIP) des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wird in diesem Jahr bereits zum siebten Mal verliehen. Damit werden innovative Angebote im Bereich der beruflichen und betrieblichen Weiterbildung gefördert und Signale für neue Entwicklungen gesetzt. Die Verleihung findet statt am Donnerstag, 1. März 2007, 15 Uhr, im Forum Ausbildung, Halle 10.
- Weitere vorbildliche Trainingskonzepte stellt der Berufsverband der Verkaufsförderer und Trainer e.V. (BDVT) in der Sonderschau zum Internationalen Deutschen Trainings-Preis in Halle 10 vor.
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