Resilienz lernen?

"Wir beschäftigten uns viel zu sehr mit Belastungen"

Manche Menschen verzweifeln bereits bei den kleinsten Zumutungen des Lebens. Andere scheint nichts aus der Bahn werfen zu können, mehr noch: Sie wachsen an den Problemen des Lebens. Das Zauberwort für diese Fähigkeit lautet Resilienz. Lässt sich diese Widerstandsfähigkeit trainieren oder muss man sich möglicherweise damit abfinden, nicht resilient zu sein? Das haben wir den Coach und Experten für Resilienz, Martin Luitjens gefragt.

24.03.2014 Artikel
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Herr Luitjens, mit Resilienz kann man (berufliche) Anforderungen und Belastungen erfolgreich bewältigen. Ist diese Fähigkeit bei uns Menschen von Natur aus vorhanden oder kann sie erlernt werden?

Martin Luitjens: Die Fähigkeit, sich Anforderungen und Belastungen zu stellen und diese zu bewältigen, ist angeboren, sie gehört sozusagen zum menschlichen Grundinventar. Aber dann kommt es natürlich auch darauf an, diese Fähigkeit zu trainieren – und dabei spielen unsere Erfahrungen und unser Umfeld eine wesentliche Rolle. Positive Erfahrungen ermutigen, negative frustrieren, ein Umfeld, das uns Sicherheit vermittelt und uns gleichzeitig herausfordert, wirkt sich positiv aus, ein Umfeld, das uns nicht viel zutraut, negativ.

Was zeichnet ein Resilienztraining aus?

Martin Luitjens: Zunächst geht es um einen Paradigmenwechsel: Wir beschäftigen uns oft viel zu lange mit dem, was uns belastet und zu wenig mit unseren Kraftquellen, Potenzialen und Ressourcen. Diese arbeiten wir in einem Resilienztraining heraus. Außerdem geht es darum, Erfahrungen auszuwerten und zu schauen, wo und wie es die Teilnehmer bisher geschafft haben, Anforderungen und Belastungen erfolgreich zu bewältigen. Und schließlich geht es darum, die Ressourcen zu stärken, die für die Bewältigung aktueller Herausforderungen besonders wichtig sind, da geht es dann um die Entwicklung einer individuellen Strategie.

Und wie kann Resilienz auch nachhaltig gepflegt werden?

Martin Luitjens: Da spielen Haltungen wie Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Lösungsorientierung, aber auch Dankbarkeit eine wichtige Rolle. Und die Fähigkeit, mal ein paar Schritte zurückzutreten und sich eine Situation und das, was sie bei mir auslöst, aus der Distanz zu betrachten. Ein Resilienztraining versucht, diese Haltungen und Fähigkeiten zu fördern. Homepage Martin Luitjens

Dazu auf der didacta 2014 in Stuttgart

25.03.2014

Erfolgsfaktoren für beruflichen Erfolg und persönliche Lebensqualität: Erfolgsfaktor Resilienz – gesund trotz hoher (Arbeits-)Belastung

Ulrich Siegrist und Martin Luitjens zeigen, was resiliente Menschen ausmacht und wie Sie die eigene Widerstandsfähigkeit trainieren können. Außerdem geben sie Tipps für eine resilienzfördernde Führungskultur. Es referieren: Martin Luitjens und Ulrich Siegrist. 14:30 - 15:15 Uhr / Forum Qualifizierung, Halle 6, Stand E72

Stress lass nach! – Burn-out vorbeugen, Resilienz erhöhen mit Kinesiologie

Der berufliche Alltag kann ganz schön aufreibend sein. Im Vorteil ist, wer dem "ganz normalen Wahnsinn" gelassen begegnen kann. Dazu ist es wichtig, die eigene Resilienz zu erhöhen. Sind Menschen resilient, können sie flexibel auf Anforderungen reagieren, sich diesen anpassen und zu einem stabilen Ausgangszustand zurückzufinden. Dazu gehört auch, Stress frühzeitig zu erkennen und aufzulösen. In diesem Vortrag lernen die Teilnehmer die Möglichkeiten des Einsatzes von Kinesiologie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement kennen, aber auch einige Strategien und Methoden, die darin unterstützen, Stress abzubauen und Resilienz zu erhöhen. Referentin: Kirsten Klahold (Begleitende Kinesiologin, Pädagogin M.A., Ulm). 11:00 - 12:00 Uhr, / DVWO Forum, ICS, C8.1

Sich selbst managen im Lehrerjob und dabei gesund bleiben

Zeitnot, Stress, subjektives Ungenügen sind allgegenwärtige Gefühle im Lehreralltag. Dagmar Rohnstock liefert Rat und Hilfe, wie Lehrende trotz Belastung zu einem stimmigen Umgang mit ihrer Zeit und ihren Kräften gelangen. Referentin: Dr. Dagmar Rohnstock (Lehrerin, Mediatorin BM, Trainerin, Mediationsbeauftragte der Ev. Schulstiftung Berlin-Brandenburg). 15:00 - 16:00 Uhr, Forum Unterrichtspraxis, Halle 1, Stand D72

26.03.2014

Kita-Seminare: Das Kind im Mittelpunkt: Seelische Widerstandskraft – Kinder beim Aufbau von Resilienz unterstützen

In dem Workshop werden zunächst die Grundlagen der Resilienzforschung und deren Ergebnisse präsentiert. Anschließend werden Beispiele der Resilienzförderung in Kitas und Grundschulen vorgestellt: Dabei geht es darum, die Teams von Einrichtungen zu qualifizieren, damit sie die Kinder und deren Eltern bei der Stärkung von Schutzfaktoren systematisch unterstützen können. Neben der Förderung der Resilienz in spezifischen Kursen geht es auch um die Förderung der seelischen Gesundheit im pädagogischen Alltag und in den Teams selbst. Referent: Prof. Dr. Klaus Fröhlich-Gildhoff. 15:00 - 16:30 Uhr / ICS, Raum C5.1

29.03.2014

Kinder stark machen – Resilienz in der Kita

Referentin: Susanne Betz (Studienleiterin, Religionspädagogisches Institut Karlsruhe). 14:00 - 14:30 Uhr, Halle 4, Stand: G73


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