Wirtschaft und Azubis brauchen ortsnahen Unterricht

Wenn es in einem Ausbildungsberuf genügend Jugendliche für eine Klasse gibt, müssen sie nach Ansicht Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), möglichst ortsnah die Berufsschule besuchen können.

28.07.2006 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

Weit entfernte Berufsschulorte kosteten viel Zeit und Geld. Ein ortsnaher Unterricht sei deshalb für Betriebe wie auch für Jugendliche ein wichtiges Kriterium für die Bereitstellung und Inanspruchnahme von Ausbildungsplätzen, so Braun. Konkreter Anlass für die Forderung ist ein Fall aus dem Augsburger Raum. Hier sollten Azubis eine 200 Kilometer entfernte Schule besuchen, obwohl eine Klasse vor Ort zusammen gekommen wäre. Die Gründe waren rein kommunalpolitischer Natur: Man wolle den ländlichen Raum unterstützen, hieß es. Das Ergebnis: Ausbildungsplätze fallen weg, die Klasse wird es vermutlich gar nicht geben.

"Dieses Vorgehen der Politik erschwert uns das Werben um Ausbildungsplätze", warnt der DIHK-Präsident. Ausbildungsangebote und auch Bewerbungen würden in solchen Fällen nochmals überdacht und nicht selten zurückgezogen, wie das Augsburger Beispiel zeige.

"Sicher müssen auch längere Fahrtwege zur Berufsschule in Kauf genommen werden, wenn keine Klassenstärken vor Ort zusammenkommen", so Braun. "Doch dass Azubi-Tourismus für ganze Gruppen angeordnet wird, ist für niemanden nachvollziehbar."

Braun schlägt deshalb vor: "Es sollte eine Garantie für ortsnahen Unterricht geben, wenn mindestens 15 bis 20 Ausbildungsverträge in dem Beruf zustande kommen. Das wäre ein guter Ansporn für Ausbildungsplatzwerber und Betriebe."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden