Zu wenig Azubis - die Studenten sind schuld
03.02.2014 Artikel
Zu wenig Azubis, weil sich zu viele junge Menschen für ein Studium entscheiden? Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, führt den Mangel an Nachwuchskräften auf die Akademisierung der Gesellschaft zurück, berichtet SPIEGEL online.
Eine Debatte, die bereits seit einiger Zeit immer wieder geführt wird. So hatte der SPD-Philosoph Julian Nida-Rümelin Ende vergangenen Jahres durch die steigenden Studentenzahlen gar "die größte Stärke der deutschen Bildungstradition" in Gefahr gesehen – nämlich die duale Ausbildung.
Rückendeckung bekam er vom Vorsitzenden des Deutschen Philologenverbands (DPhV), Heinz-Peter Meidinger, der "dramatische Auswirkungen" für "Qualität von Schulen und Hochschulen, die Zukunft der weltweit hochgelobten dualen Ausbildung und damit das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands" an die Wand malte. Nett auch das Argument des frühere SPD-Bildungsminister Klaus von Dohnanyi. Er warnte damals in der "Süddeutschen Zeitung" davor, in der Aufnahme eines handwerklichen Berufs einen "Bildungsabstieg" zu sehen. Schließlich sei seine Tochter auch erfolgreiche Goldschmiedin in Florenz.
Jetzt warnt also auch der promovierte Wirtschaftswissenschaftler Schweitzer vor nachhaltigem Schaden für den Wirtschaftsstandort Deutschland, wenn nicht der Trend zur "Akademisierung um jeden Preis" gestoppt werde.
SPIEGEL online Wirtschaftsboss wettert gegen Akademisierung
bildungsklick:Was ist dran am "Akademisierungswahn"?
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