12 Mio. Euro für "Kraftwerke des 21. Jahrhunderts"

Mit insgesamt 50 neuen Projekten wird die sehr erfolgreiche gemeinsame Forschungsinitiative "Kraftwerke des 21. Jahrhunderts" (KW 21) der Länder Bayern und Baden-Württemberg für weitere vier Jahre fortgesetzt. Dies hat Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch am Mittwoch in München mitgeteilt.

19.11.2008 Baden-Württemberg, Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

"Die Bedeutung von KW 21 wird vor allem mit Blick auf den stetig steigenden Energiebedarf sowie auf die notwendige Erneuerung des bestehenden Kraftwerkparks in Deutschland und Europa deutlich. Mit moderner und umweltschonender Kraftwerkstechnik tragen wir nicht nur in großem Umfang zur Ressourcenschonung und zur CO2-Minderung bei, sondern wir fördern auch das Wachstum in unserem Land", betonte Wissenschaftsminister Heubisch. In KW 21 arbeiten Wissenschaftler mit Partnern aus der Industrie gemeinsam an Forschungsprojekten im Bereich der Energietechnik und leisten damit einen wesentlichen Beitrag für den Bau emissionsarmer, hoch effizienter, kostengünstiger und zuverlässiger Kraftwerke des 21. Jahrhunderts. Unternehmen der Energietechnik sowie Kraftwerksbetreiber sind von Anfang an in die Projekte eingebunden. So ist dabei sichergestellt, dass die Forschungsaktivitäten fokussiert und Innovationen möglichst rasch in die Praxis überführt werden. Bayern wird für die zweite Phase von KW 21 3 Mio. Euro investieren. Das Gesamtvolumen für die zweite Förderphase des Forschungsverbunds (2008 bis 2012) beläuft sich in beiden Ländern einschließlich der Industriebeiträge auf rund 12,2 Mio. Euro. Die Förderung von KW 21 ist Teil des "Klimaprogramms Bayern 2020", mit dem die Anstrengungen für den Klimaschutz auf internationaler und nationaler Ebene durch bayerische Maßnahmen wirksam ergänzt werden sollen. Öffentliche Fördermittelgeber sind in Bayern die Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kunst bzw. für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.

Die Projekte von KW 21 zielen auf die wirtschaftliche und umweltverträgliche Nutzung unterschiedlicher Brennstoffe in Kraftwerken zur Stromerzeugung. Mit den Bereichen Dampferzeuger, Dampfturbinen, Fluiddynamik und Gasturbinen werden die Kernkomponenten moderner Kraftwerke abgedeckt. Der Bereich Energiewirtschaft beschäftigt sich mit marktpolitischen und ökonomischen Aspekten des Verbundprojektes KW 21. Die Projekte der zweiten Phase haben folgende Schwerpunkte:

  • Speicherung und Lastkurven
  • Wirtschaft und Netzbetrieb
  • Wirkungsgradsteigerung durch 700 ºC-Kraftwerke
  • Betriebsoptimierung und Emissionsminderung
  • Fluiddynamik in Dampfturbinen
  • Wirkungsgradsteigerung und Steigerung der Betriebssicherheit (Leistungsprognose)
  • Brennstoffflexibilität und Emissionsminderung
  • Verbrennungssimulation, Thermoakustik und Flammenstabilität

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Verbundvorhabens liegt auf der Förderung des zukünftigen Nachwuchses für die Energiewirtschaft und ­wissenschaft: Im Rahmen der Forschungsprojekte wird die Ausbildung von künftigen Ingenieuren durch die wissenschaftlichen Einrichtungen gezielt unterstützt. Die im Verbund beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Universitäten Bayreuth, Erlangen-Nürnberg, Karlsruhe, München und Stuttgart, der Forschungsstelle für Energiewirtschaft in München sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Stuttgart haben sich mit ihren Projekten erfolgreich den hohen Ansprüchen eines internationalen Gutachtergremiums unter Vorsitz von Professor Dr.-Ing. Viktor Scherer, Lehrstuhl für Energieanlagen und Energieprozesstechnik, Ruhr-Universität Bochum, gestellt. Nach Auffassung des Expertengremiums setzen Bayern und Baden-Württemberg mit der zweiten Förderperiode von KW 21 ein bisher äußerst erfolgreiches Forschungsprogramm fort. Mit anwendungsorientierter Grundlagenforschung würden wesentliche Beiträge zum Bau hocheffizienter und emissionsarmer Kraftwerke geleistet. Hierbei lege KW 21 Wert darauf, dass die Ergebnisse der Grundlagenforschung in überschaubaren Zeitspannen eine technische Implementierung erfahren und so zeitnah einen Beitrag zur Effizienzsteigerung, Ressourcenschonung und damit einen Beitrag zur Minderung der Treibhausgasemissionen leisteten. Das große Interesse von Unternehmen der Energietechnik und Kraftwerksbetreibern an den Zukunftsprojekten von KW 21 verdeutlicht deren umfassende Mitwirkung. So bringen die Unternehmen ALSTOM, EnBW, E.ON, ESYTEC, MAN AG, MARTIN GmbH für Umwelt- und Energietechnik, MTU Aero Engines, Siemens, UTP und Voith-Siemens Hydro-Power Generation nicht nur ihr Wissen aus der Praxis, sondern auch eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 50 Prozent der Gesamtkosten in die Projekte ein. Nähere Informationen zu den geförderten Projekten finden Sie in Kürze unter www.bayfor.org/de/geschaeftsbereiche/forschungsverbuende/welt-der-materie/kw21.html


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