1968 in der DDR

Die zahlreichen Rückblicke, die zum Jahrestag "1968" die Medien füllen, konzentrieren sich auf die Protestbewegung im Westen. Dass es 1968 in der Tschechoslowakei, in Polen und der DDR unter den Jugendlichen ebenfalls eine Aufbruchsstimmung mit hochgespannten Hoffnungen auf eine freiere Gesellschaft gegeben hat, wird häufig übersehen.

26.05.2008 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Der Historiker Stefan Wolle versucht in seinem Buch

Der Traum von der Revolte – Die DDR 1968

ein Bild von der Stimmungslage in der Bevölkerung der DDR zu jener Zeit zu zeichnen – jenseits der offiziellen Propaganda. Selbst dort aufgewachsen, gelingt es ihm in einer lebendigen Sprache, die eigenen Erlebnisse mit den Erkenntnissen, die sich aus seiner Auswertung der DDR-Archive ergeben haben, zu einer Nacherzählung mit dokumentarischem Anspruch zusammenzuführen.

Der Autor setzt bereits in der Zeit nach dem Mauerbau an. Die Jahre bis zum Einmarsch der Armeen der "Bruderländer" in Prag waren geprägt von Reformversuchen im Wirtschaftssektor und einer schwankenden Kulturpolitik. Die DDR-Jugendlichen konsumierten westliche Beatmusik, kopierten im äußeren Habitus modische Vorbilder aus dem Westen und suchten sich, von der Staatspartei argwöhnisch beobachtet, individuelle Freiräume.

Die Balance der Parteiführung zwischen Reform- und Machtpolitik endete mit dem Aufkommen des Reformkommunismus in der Tschechoslowakei. Wolle beschreibt die Sogwirkung, die der "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" auf die DDR-Bevölkerung entfaltete. Aufgrund der Stasi-Berichte kann er das abrupte Ende der Hoffnung, in der DDR ließe sich das tschechoslowakische Experiment irgendwie kopieren, und die allgemeine Resignation nach dem August 1968 anschaulich beschreiben. Das Jahr behielt für die "68er" in der DDR einen wichtigen Platz. Mit der Invasion in Prag endeten ihre Reformhoffnungen. Sie wurden rund zwanzig Jahre später auf dem Weg in die friedliche Revolution von 1989 wieder aufgenommen.

Das 256 starke Buch kann gegen eine Bereitstellungspauschale von 4,- Euro erworben werden. Es ist erhältlich in der Buchausgabe der Landeszentrale (1. Stock, Zimmer 137):

An der Urania 4-10, 10787 Berlin-Schöneberg (Nähe Wittenbergplatz), Tel.: 90 16 25 52

Öffnungszeiten:
Mo. bis Mi.: 12 Uhr bis 16 Uhr
Do.: 12 bis 18 Uhr
Fr.: 10 bis 18 Uhr.

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Informationen auch unter www.landeszentrale-berlin.de

Rückfragen zum Inhalt: Dr. Udo Wetzlaugk, Tel.: 90 16 25 56


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