9. Landeskongress der Musikpädagogik in Freiburg mit Redebeiträgen von Kultusstaatssekretär Georg Wacker und Dr. Carmina Brenner
Staatssekretär Wacker: "Wir müssen jedem Kind und jedem Jugendlichen eine adäquate musikalische Grundbildung, aktives Musizieren und die Teilhabe am Musikleben ermöglichen". Zahl der Studierenden im Bereich Musik derzeit bei über 3800 / Frauen deutlich in der Mehrzahl
12.10.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergKultusstaatssekretär Georg Wacker MdL und Dr. Carmina Brenner, Präsidentin des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg, eröffneten heute (12. Oktober) mit ihren Redebeiträgen den zweiten Tag des 9. Landeskongresses der Musikpädagogik in der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Staatssekretär Wacker unterstrich die Bedeutung der Musik in Baden-Württemberg: "Fast jeder dritte Bürger musiziert wöchentlich. Dazu tragen auch die Leistungen der Musikbünde und Musikschulen bei." Die meisten öffentlichen Schulkonzerte fänden bundesweit in Baden-Württemberg statt, kein Bundesland habe so viele Musikkooperationen zwischen Schulen und Vereinen, sagte Wacker. "Außerdem ist die Qualität der Musikhochschulen, der Jugendmusikwettbewerbe, der Theater und Festivals auf hohem Niveau."
Eines der Hauptanliegen der Landesregierung sei die Stärkung der Musikerziehung im Vorschulalter, betonte Wacker. "Die Weiterentwicklung der musikalischen Kooperationen im Jugendbereich, das Programm der Schulmusik-Begegnungen, die Bedeutung und die Notwendigkeit von Musikprofilen, das ´Bündnis für das Singen mit Kindern´ oder die Qualitätssicherung im Musik-Pflichtunterricht bilden weitere Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit."
Dr. Carmina Brenner verwies auf die demographische Entwicklung und zeigte Perspektiven für Gesellschaft und Musikkultur in Baden-Württemberg auf. "Deutschland ist eine der am schnellsten alternden Gesellschaften der Welt. Dies wird auch Auswirkungen auf die Musikkultur in Baden-Württemberg haben. Die abnehmenden Schülerzahlen haben direkten Einfluss auf den Bedarf an Musiklehrkräften", sagte Brenner.
Sehr positiv entwickelt sich laut Brenner das Interesse der Studierenden an der Musik und Musikwissenschaft. Über 3800 junge Menschen sind derzeit an den Hochschulen des Landes im Studienbereich "Musik, Musikwissenschaften" eingeschrieben. Insbesondere junge Frauen entscheiden sich nach Brenner vermehrt für ein Studium der Musik. Im Wintersemester 2006/07 waren rund 2400 Studentinnen immatrikuliert. Die Zahl der Studenten ist seit Jahren konstant und beträgt nach Auswertung des Statistischen Landesamtes rund 1400.
Von den 331 Millionen Euro, die das Musikgewerbe in Baden-Württemberg 2005 nach der Steuerstatistik umgesetzt hat, entfällt der größte Anteil auf den Einzelhandel mit Musikinstrumenten und Musikalien (152 Millionen Euro). Der Vergleich mit dem Gesamtumsatz der Wirtschaft im Südwesten von fast 750 Milliarden Euro zeigt, so Brenner, dass das Musikgewerbe im Südwesten wirtschaftlich eher eine "kleinere Größe" ist.
Bis zum Sonntag werden bei 150 Veranstaltungen über 1000 Kongressteilnehmer aus allen Bereichen der Musikpädagogik erwartet. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und das Ministerium für Arbeit und Soziales veranstalten den Landeskongress in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Schulmusik (AfS) und dem Landesverband Deutscher Schulmusiker (VDS). Diese Kooperation von Ministerien und musikspezifischen Fachverbänden ist bundesweit einmalig. Die Landeskongresse finden seit 1991 im Abstand von zwei Jahren statt.
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