Baden-Württemberg

Alkoholbedingte Krankenhausbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen gehen im Südwesten weiter deutlich zurück

Im Jahr 2013 mussten 3 226 Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von einschließlich 19 Jahren mit Wohnsitz in Baden-Württemberg wegen einer alkoholbedingten Erkrankung in einem der baden-württembergischen Krankenhäuser vollstationär behandelt werden.

27.11.2014 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Dies waren 435 oder 11,9 Prozent weniger als noch im Jahr 2012, was die bereits in den vergangenen drei Jahren zu beobachtende erfreuliche rückläufige Entwicklung nachdrücklich bestätigt. Im Vergleich zum Jahr 2012 ging im Jahr 2013 die Zahl der männlichen Behandlungsfälle um 374 Fälle auf 1 885, die der weiblichen Behandlungsfälle um 61 auf 1 341 zurück. Dennoch mussten 2013 mehr als doppelt so viele Mädchen und junge Frauen behandelt werden als noch im Jahr 2001.

Bezogen auf die Behandlungszahlen der unter 20-Jährigen war mehr als die Hälfte der Patienten 16 Jahre alt oder jünger. Drei von zehn Patienten hatten sogar noch nicht einmal das 16. Lebensjahr erreicht. Allerdings ist es immer noch so, dass das Alter, in dem ein alkoholbedingter Krankenhausaufenthalt am häufigsten ist, bei 16 Jahren liegt. Nahezu jede/r fünfte jugendliche Patient/in, der auf Grund von Alkoholproblemen in einem Krankenhaus behandelt werden musste, war 16 Jahre alt. Im Jahr 2001 lag das "kritische" Alter noch bei 18 Jahren. Erfreulicherweise ist durchgängig bei allen Altersgruppen ein Rückgang der Behandlungszahlen zu verzeichnen gewesen. Interessant ist jedoch, dass in der Altersgruppe der 12-, 13- und 14-Jährigen mehr Mädchen als Jungen behandelt wurden.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg hat sich – trotz des erfreulichen Rückgangs im Vergleich zum Jahr 2012 – die Zahl der alkoholbedingten Krankenhausaufenthalte von Kindern und Jugendlichen gegenüber 2001 um 80 Prozent erhöht. Der Anteil der männlichen und weiblichen Patienten hingegen hat sich im Zeitablauf nur geringfügig verändert: Waren 2001 noch 63,8 Prozent aller jungen Patienten männlich, lag der Anteil im Jahr 2013 bei 58,4 Prozent.

Auch unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung ergibt sich ein ähnliches Bild. Mussten im Jahr 2001 noch 212 je 100 000 13- bis 19-jährige Baden-Württemberger behandelt werden, waren es im Jahr 2013 mit 394 je 100 000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen fast doppelt so viele. Vor allem bei den 15- bis 17-Jährigen hat die Anzahl der Behandlungen je 100 000 Jugendlicher in diesen Altersgruppen deutlich zugenommen.

Deutliche Unterschiede sind auch auf Kreisebene zu beobachten. So mussten im vergangenen Jahr aus dem Landkreis Freudenstadt mit 747, aus dem Landkreis Heidenheim mit 637 und aus dem Main-Tauber-Kreis mit 612 je 100 000 13- bis 19-Jährige deutlich mehr Jugendliche auf Grund von Alkoholproblemen in einem Krankenhaus vollstationär behandelt werden als im Landesdurchschnitt (durchschnittlich wurden in Baden-Württemberg 394 je 100 000 Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren behandelt). Jugendliche aus dem Stadtkreis Mannheim, aus dem Alb-Donau-Kreis, dem Landkreis Heilbronn und dem Enzkreis hingegen mussten vergleichsweise selten wegen alkoholbedingten Erkrankungen in einem Krankenhaus in Baden-Württemberg behandelt werden.

Schaubilder und weitere Daten zum Thema unter www.statistik-bw.de/Pressemitt/2014391.asp


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