Integration

Alle schulpflichtigen Flüchtlingskinder bekommen einen Schulplatz

Um die Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher zu verbessern, verlagert die Schulbehörde jetzt schrittweise die Unterrichtsangebote aus den Erstaufnahmen in die allgemeinen Schulen der Umgebung.

11.11.2016 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
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„Auf Dauer lernen die Kinder in den Vorbereitungsklassen an den Regelschulen mehr und besser als im Unterricht in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Zudem lernen sie an den Regelschulen gleich ihre künftigen Klassenkameraden aus Hamburg kennen“, begründet Schulsenator Ties Rabe diesen Schritt. Zurzeit werden 1.242 geflüchtete Schülerinnen und Schüler in den Erstaufnahmen in eigenen Lerngruppen rund 25 bis 30 Stunden in der Woche unterrichtet. Diese Maßnahme war als Übergangsmaßnahme angelegt. Nach dem Umzug der Familien in eine dauerhafte Unterkunft sollten die Kinder in eine allgemeine Schule umgeschult werden. Weil sich aber der Umzug in dauerhafte Unterkünfte in vielen Fällen verzögert, zieht die Schulbehörde jetzt die Umschulung vor.

In Hamburg bekommen zurzeit 7.433 geflüchtete Kinder und Jugendliche Schulunterricht in besonderen Schulklassen: 1.242 Kinder und Jugendliche aus Erstaufnahmeeinrichtungen lernen in 109 eigenen Schulklassen in den Erstaufnahmeeinrichtungen. Weitere 3.444 Kinder und Jugendliche lernen an den allgemeinbildenden Schulen in 298 besonderen Vorbereitungsklassen. Und 2.747 Jugendliche und Jungerwachsene lernen in 184 besonderen Vorbereitungsklassen an den berufsbildenden Schulen. Der Unterricht in allen Klassen ist nach klaren Vorgaben und Stundenplänen organisiert, umfasst in der Regel 25 bis 30 Wochenstunden, konzentriert sich im Schwerpunkt auf den Spracherwerb und das Kennenlernen der deutschen Gesellschaft und wird ausschließlich von ausgebildeten Pädagogen erteilt.

Mittlerweile leben allerdings rund 1.000 schulpflichtige Kinder und Jugendliche schon länger als ein halbes Jahr in einer Erstaufnahmeeinrichtung. Viele haben so große Lernfortschritte gemacht, dass der Unterricht in den Einrichtungen an seine Grenzen stößt. Schritt für Schritt sollen diese Kinder und Jugendlichen in den nächsten Monaten deshalb in die Regelschulen der Umgebung eingeschult werden, um schnell besser lernen zu können. Dort werden sie zunächst ein Jahr lang eine besondere Vorbereitungsklasse besuchen, um anschließend in die Regelklassen zu wechseln.

Der sinnvolle Schulwechsel hat allerdings auch eine Schattenseite. Denn es wird nicht immer möglich sein, den Familien aus den Erstaufnahmeeinrichtungen langfristig genau dort eine dauerhafte Unterkunft anzubieten, wo die Kinder jetzt eingeschult werden. Spätere Schulwechsel oder längere Schulwege sind deshalb nicht immer zu vermeiden.

Die Schulbehörde hat in einem ersten Schritt nach den Herbstferien damit begonnen, ältere Kinder und Jugendliche aus Erstaufnahmeeinrichtungen in Regelschulen einzuschulen. Jugendliche ab 16 Jahren aus den Erstaufnahmeeinrichtungen besuchen jetzt die Hamburger Berufsschulen. Zudem sollen bis zum Halbjahreswechsel auch die 11- bis 16jährigen Kinder und Jugendlichen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in die Regelschulen umgeschult werden. Die 11- bis 16jährigen Kinder und Jugendlichen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen Hellmesberger Weg, Karl-Arnold-Ring und Jenfelder Moorpark haben bereits einen Schulplatz in den benachbarten Schulen bekommen.

Schulsenator Ties Rabe: „Für uns zählt vor allem, dass die Kinder und Jugendlichen schnell und gut lernen und integriert werden. Eine echte Hamburger Schule ist dafür der richtige Ort. Deshalb haben wir jetzt die Umschulungen eingeleitet. Organisatorische Probleme treten dahinter zurück.“


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