Beruf und Familie: Familienfreundliches Arbeiten im Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit Nachdruck. Diese Initiative wurde am (heutigen) Montag in Berlin öffentlich durch die Zertifikatsübergabe von "audit berufundfamilie" an den Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, gewürdigt. Das Zertifikat wurde durch die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, und dem Staatssekretär Jochen Homann aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie übergeben.

30.06.2008 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Das "audit berufundfamilie" wurde im Auftrag der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung entwickelt und unterstützt Arbeitgeber darin, Unternehmensziele und Mitarbeiterinteressen in eine für beide Seiten wirtschaftliche Balance zu bringen. Audit erfasst die Ausgangslage der bereits angebotenen Maßnahmen und ermittelt das Entwicklungspotenzial eines Betriebes. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Institutionen das "Zertifikat zum audit berufundfamilie". Die praktische Umsetzung der erarbeiteten Ziele und Maßnahmen wird jährlich überprüft.

"Es ist uns wichtig, dass Familie und Beruf immer besser vereinbar werden", so Stratmann, "deshalb haben wir durch flexible Regelungen im Rahmen der gleitenden Arbeitszeit und die Möglichkeit, Heim- und Telearbeitsplätze einzurichten, die Voraussetzungen für ein familienfreundliches Arbeiten geschaffen. Im Ministerium wurde schon vor der Zertifizierung ein Eltern-Kind-Zimmer eingerichtet, das von allen genutzt werden kann."

Eine Studie in 98 Unternehmen zeigt, dass familienfreundliche Personalpolitik Krankenstand und Fluktuation reduziert, die Gewinnung von qualifiziertem Personal erleichtert und das Image eines Unternehmens stärkt.

Über die Zertifikatsvergabe entscheidet das Kuratorium der berufundfamilie gGmbH, das zweimal im Jahr zusammentritt. Dem Kuratorium gehören verschiedene Personen des öffentlichen Lebens aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft an.

Die Zertifikate zum audit berufundfamilie wurden erstmals 1999 vergeben. Seit 2002 wird zudem das audit familiengerechte hochschule angeboten. Inzwischen haben mehr als 600 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen mit rund einer Million Beschäftigten und 800.000 Studierenden das audit durchlaufen. Dabei wurden über 140 familienfreundliche Maßnahmen zusammengetragen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Sie verteilen sich auf acht Handlungsfelder: Arbeitszeit und -organisation, Arbeitsort, Informations- und Kommunikationspolitik, Führungskompetenz, Personalentwicklung, Entgeltbestandteile, geldwerte Leistungen sowie Service für Familien.

2005 hat die Hertie-Stiftung das "Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik" (FFP) an der Universität Münster gegründet. Im Auftrag der "berufundfamilie gGmbH" werden dort betriebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen in Unternehmen erstmals wissenschaftlich fundiert untersucht und quantifiziert. Ziel ist es, stichhaltige Aussagen zur Kosten-Nutzen-Relation familienbewusster Personalpolitik treffen zu können.

Das "audit berufundfamilie" steht unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin sowie des Bundeswirtschaftsministers. Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft - BDA, BDI, DIHK und ZDH - empfehlen das audit, da es die ökonomischen und betrieblichen Vorteile einer familienbewussten Personalpolitik in den Vordergrund stellt.

Weitere Informationen zum "audit berufundfamilie" finden Sie unter: www.beruf-und-familie.de/presse


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