Böhmer ruft zu neuer strategischer Partnerschaft für Integration zwischen Staat und Stiftungen auf
Die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, hat anlässlich des Deutschen Stiftungstages zu einer neuen strategischen Partnerschaft zwischen Staat und Stiftungen aufgerufen.
25.06.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung"Von einer solchen Partnerschaft können alle profitieren", erklärte Böhmer. "Stiftungen bringen jahrelange Erfahrungen mit dem Thema Integration ein. Sie können schnell auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren und somit Impulsgeber für staatliches Handeln sein."
Das Engagement von Stiftungen solle staatliche Initiativen ergänzen, nicht ersetzen. "Wir wollen gemeinsam Verantwortung und Teilhabe stärken, denn beides zeichnet eine starke Bürgergesellschaft aus. Lassen Sie uns daher eine neue strategische Parnterschaft eingehen", appellierte die Staatsministerin. Eine solche Partnerschaft müsse von drei Grundsätzen geprägt sein: "Erstens muss die Unabhängigkeit der Stiftungen gewahrt bleiben. Zweitens müssen Stiftungen und Staat von Anfang an bei der Projektentwicklung zusammenarbeiten, um Nachhaltigkeit zu sichern. Drittens müssen beide Seiten zu Veränderungen bereit sein", so Böhmer.
"Wir brauchen noch mehr Hilfe zur Selbsthilfe", unterstrich die Staatsministerin. Im für die Integration zentralen Bereich der Bildung könnten Schule und Kindergarten nicht alles auffangen, was im Elternhaus versäumt werde. Es gehe darum, Eltern zu stärken, Mädchen und Frauen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und zugleich die spezifischen Probleme von Jungen aus Zuwandererfamilien in den Blick zu nehmen. "Lassen Sie uns darüber nachdenken, in bestimmte Projekte einen Jungen-Faktor einzubauen oder spezielle Programme zu entwickeln, die auf ihre kulturelle Situation reagieren", schlug Böhmer vor.
Um Eltern, Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund zu erreichen, sei aber eine engere Zusammenarbeit mit den Migrantenverbänden erforderlich. Die Staatsministerin appellierte daher an die Stiftungen, mit Migrantenorganisationen, Elterninitiativen, Kirchen- und Moscheegemeinden und engagierten Einzelpersonen zusammenzuarbeiten. Die Bereitschaft der Zugewanderten zum ehrenamtlichen Engagement sei enorm: 61 Prozent seien in Vereinen, Gruppen oder Initiativen aktiv. "Nutzen wir dieses Engagement, um die Migrantinnen und Migranten als Ratgeber und Brückenbauer zu gewinnen", sagte Böhmer.
Auch in den Stiftungen selbst gebe es zu wenige Migrantinnen und Migranten, ebenso sei die Zahl der Stiftungen von Migranten noch zu gering, erklärte die Staatsministerin. Gerade unternehmensnahe Stiftungen könnten Vorreiter sein. Sie seien häufig mit international aufgestellten Unternehmen verbunden, die eine Unternehmenspolitik der Vielfalt verfolgten und gezielt mehrsprachigen, interkulturell erfahrenen Nachwuchs rekrutierten. "Verbinden Sie diese Unternehmenspolitik noch mehr mit der Stiftungsarbeit, berücksichtigen Sie die gesellschaftliche Vielfalt auch selbst als Arbeitgeber, und geben Sie Starthilfe für neue Stiftungen und das Bürgerengagement von Migrantinnen und Migranten", forderte Böhmer die Stiftungen auf.
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