KI im Familienalltag: Eltern wünschen sich mehr Orientierung
Eine repräsentative Umfrage zeigt großen Unterstützungsbedarf im Umgang mit KI und Falschinformationen. Die Mehrheit der Befragten sieht Eltern und Schule gleichermaßen in der Verantwortung.
18.08.2026 Bundesweit Pressemeldung Körber-StiftungKünstliche Intelligenz stellt Familien vor neue Herausforderungen: 42 Prozent der Eltern geben an, dass ihr Kind bereits Falschinformationen oder KI-generierte Inhalte für echt gehalten hat. Gleichzeitig fühlt sich mehr als jedes vierte Elternteil im Umgang mit KI-Anwendungen unsicher (28 Prozent). 94 Prozent der Eltern halten es für wichtig oder sehr wichtig, dass ihre Kinder lernen, Falschinformationen von Fakten unterscheiden zu können. Die Mehrheit von ihnen sieht dabei Eltern und Schule gleichermaßen in der Verantwortung, diese Kompetenzen zu vermitteln (60 Prozent).
Entsprechend groß ist der Unterstützungsbedarf: 65 Prozent der Eltern wünschen sich mehr Informationen darüber, wie sie Falschinformationen sowie KI-generierte Bilder und Videos erkennen können. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) weiß jedoch nicht, wo sie sich informieren und Unterstützung erhalten kann.
Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.004 deutschsprachigen Eltern von Kindern zwischen 12 und 18 Jahren im Auftrag der Körber-Stiftung.
„Die digitale Welt verändert sich rasant und mit ihr die Anforderungen an Familien. Eltern wollen ihre Kinder kompetent begleiten, stoßen beim Umgang mit KI und Desinformation aber zunehmend an ihre Grenzen. Aus diesem Grund braucht es dringend niedrigschwellige Angebote, die Eltern Orientierung geben und sie im Alltag unterstützen”, kommentiert Jenny Meßinger-Koppelt, Leiterin des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung, die Ergebnisse.
Eltern sehen Kinder mit Risikoinhalten konfrontiert
Viele Eltern erleben, dass ihre Kinder im Internet mit problematischen Inhalten in Berührung kommen. 35 Prozent berichten, dass ihr Kind bereits mit extremen politischen Ansichten konfrontiert wurde, 32 Prozent mit Verschwörungstheorien. Mehr als jedes dritte Elternteil (35 Prozent) fühlt sich eher schlecht oder sehr schlecht darüber informiert, was das eigene Kind online macht.
Offenheit für Verbote im digitalen Alltag
80 Prozent geben an, dass es in ihrer Familie eigene Regeln zur Mediennutzung gibt, die für alle gelten. Verbindliche Vorgaben wünschen sich viele Eltern auch außerhalb der Familie: 58 Prozent befürworten ein generelles Handyverbot an Schulen, 57 Prozent ein Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige. Ein generelles Handyverbot für Kinder bis 14 Jahre unterstützt dagegen lediglich ein Viertel (25 Prozent) der Eltern.
KI-Kompetenzen als Zukunftskompetenzen
57 Prozent der Eltern nutzen KI-Anwendungen wie ChatGPT oder Google Gemini mindestens einmal die Woche für private Zwecke. Eltern mit höherem Bildungsabschluss fühlen sich im Umgang mit KI tendenziell sicherer als Eltern mit Haupt- oder Realschulabschluss. Insgesamt möchte mehr als die Hälfte der Eltern (55 Prozent) noch besser verstehen, wie KI-Anwendungen funktionieren und sinnvoll genutzt werden können.
Für die berufliche Zukunft ihrer Kinder messen Eltern KI-Kompetenzen eine große Bedeutung bei: 90 Prozent halten einen sicheren Umgang mit KI für wichtig oder sehr wichtig. Die Mehrheit (52 Prozent) sieht auch hier Eltern und Schule gemeinsam in der Pflicht, diese Kompetenz zu vermitteln.
Über die Umfrage
Die jährliche Umfrage Eltern im Fokus nimmt seit 2023 aktuelle Sorgen, Wünsche und Fragen von Eltern in Bezug auf die Bildung und Zukunft ihrer Kinder in den Blick. Sie trägt damit dazu bei, dass Eltern in Deutschland in der Debatte über zukunftsfähige Schulbildung mehr Gehör finden.
Die aktuelle Befragung wurde von der Körber-Stiftung in Auftrag gegeben und von dem Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt. Vom 12. bis 27. März 2026 wurden bundesweit insgesamt 1.004 Eltern von Schulkindern zwischen 12 und 18 Jahren befragt. Die Befragung erfolgte im Forsa-eigenen Online-Panel forsa.omninet.
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