Bundesministerin Schavan eröffnet Didacta 2008

Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, eröffnete am 19. Februar die didacta 2008 in Stuttgart. Dabei lobte sie die Neue Messe Stuttgart als wunderbaren Ort, der ermutigende Impulse für Schule, Bildung und lebenslanges Lernen gebe. Die Bildungsmesse biete eine Woche lang ungewöhnlich großen Ideenreichtum, zeige neue Entwicklungen und unterstütze Lehrer. "Vor jeder Reform stehen die Fragen: Welche Atmosphäre herrscht in einer Gesellschaft, was sind die inneren Kräfte? Alle Antworten prägen mehr als jede Reform", sagte die Ministerin. Sie beklagte, dass die gegenwärtige Atmosphäre den Schulen nicht gut tue und suggeriere, dass alles schlechter geworden sei. Aber das Gegenteil sei der Fall, so Schavan: "Schulen leisten heute deutlich mehr, bekommen aber immer mehr schwierige Aufgaben aus der Gesellschaft übertragen. Wir haben eine Vertrauenskrise und keine Qualitätskrise".

19.02.2008 Pressemeldung didacta - die Bildungsmesse

"Bildung hat Konjunktur", sagte Wolfgang Schuster, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart in seinem Grußwort. Das spiegelt sich natürlich auf der didacta wider: Zur größten Bildungsveranstaltung Europas sind rund 800 Aussteller gekommen, über 1.500 Veranstaltungen finden in den Hallen, im Kongressbereich sowie auf 20 Sonderschauen bis zum 23. Februar statt. Die didacta ist die wichtigste Plattform, auf der Medien, Materialien und Neuheiten rund ums Lernen vorgestellt werden. Zudem erfüllt die Veranstaltung eine wichtige Funktion als Dialogforum für Hersteller, Lehrende und Lernende. Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des VdS Bildungsmedien e. V., betonte: "Die Messe ist eine riesige Fortbildungsveranstaltung und Plattform für bildungspolitische Diskussionen." Diepgrond wandte sich in seiner Eröffnungsrede an die Politik und mahnte weitere Reformen an, um beispielsweise den Einfluss der sozialen Herkunft auf das Bildungsniveau zu mindern. Die Durchlässigkeit habe nachgelassen, die Förderung jedes Einzelnen müsse verstärkt und die bildungspolitischen Entscheidungen müssten verlässlicher sein. Der Vorsitzende der VdS Bildungsmedien vermisste den Willen zum Erfolg und forderte: "Wollen wir halbwegs erfolgreich sein, müssen die Ausgaben verdoppelt werden." Der baden-württembergische Kultusminister Helmut Rau (MdL) hob dagegen hervor, dass der Bildungsetat in Baden-Württemberg seit 16 Jahre steige. Das Land gebe 49 Prozent seines Etats für Bildung aus, das seien die höchsten Ausgaben eines Bundeslandes. "Es gab nie mehr Lehrer als heute, obwohl die Schülerzahlen zurückgehen." Rau wehrte sich auch gegen den Vorwurf der mangenden Durchlässigkeit und führte an, dass 50 Prozent eines Jahrgangs eine Hochschulreife erreichen und davon kommen wiederum 50 Prozent aus beruflichen Schulen. "Wir wollen allen alle Möglichkeiten offen halten, wir suggerieren aber nicht, dass alle einen Realschulabschluss oder das Abitur schaffen." Rau meinte, das Schulsystem sei auf Erfolg ausgerichtet. Schulstrukturdebatten würden nicht weiterhelfen. Er möchte die Qualität von Schule und Unterricht steigern und sagte: "Die didacta kann helfen, das Ziel zu erreichen."

Die didacta ist ein Pflichttermin für die Bildungsbranche und stellt neue Produkte, Trends und Innovationen in den Messebereichen Kindergarten, Schule/Hochschule, Ausbildung/Qualifikation und Weiterbildung/Beratung vor. Neben politischen Entscheidern und Bildungsexperten sind auf der didacta auch Prominente aus Wirtschaft und dem öffentlichen Leben, die sich in Projekten für die Bildung einsetzen. Ein vielfältiges Rahmenprogramm und Parallelveranstaltungen runden das Angebot während der Messe ab.

Mehr Informationen, Texte und Pressefotos unter www.didacta-stuttgart.de

Ansprechpartner

didacta - die Bildungsmesse
Web: http://www.didacta-koeln.de/didacta/index-2.php

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