Bundesverdienstkreuz für Freiburger Anglisten Prof. Herbert Pilch

Für seine herausragende Lebensleistung in Wissenschaft und Forschung erhält der emeritierte Freiburger Anglist Professor Dr. Dr. h. c. mult. Herbert Pilch das Bundesverdienstkreuz. Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Frankenberg überreichte die Auszeichnung am 11. August in Stuttgart.

11.08.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Mit Herbert Pilch wird eine Wissenschaftlerpersönlichkeit geehrt, die ganz in der klassischen Bildungstradition steht. Hochtalentiert, polyglott, kosmopolitisch, mit breit angelegtem Forschungsinteresse sowie großer Freude an wissenschaftlichem Diskurs und universitärer Lehre", sagte Frankenberg bei der Ordensübergabe. Der Geehrte habe sich weit über seine Dienstpflichten hinaus engagiert und den Ruf der Universität Freiburg und des Landes Baden-Württemberg gemehrt.

Frankenberg stellte die Erfolge Herbert Pilchs als Hochschullehrer und Wissenschaftler besonders heraus. "Pilchs enorme Forschungs- und Lehrleistung erstreckt sich auf ein ungewöhnlich breites Gebiet. Bereits als junger Professor ist er innerhalb weniger Jahre zu einem der führenden Vertreter der modernen Linguistik als Fachwissenschaft aufgestiegen und genießt bis heute in Fachkreisen einen hervorragenden internationalen Ruf und große Anerkennung."

Herbert Pilch sei nicht nur als Verfasser zahlreicher Standardwerke auf den Gebieten der Linguistik und Anglistik hervorgetreten, sondern habe sich auch große Verdienste auf dem Feld der Keltologie erworben. "Innerhalb der Freiburger Anglistik hat Pilch die Erforschung und Verbreitung seltener Minderheitensprachen wie Gälisch, Walisisch und Bretonisch besonders gefördert. Mit seinen Veröffentlichungen zur Keltologie, zuletzt ´Die keltischen Sprachen und Literaturen´ im Jahr 2007, hat er diese Disziplin ganz maßgeblich geprägt", sagte der Minister.

Neben dieser beeindruckenden wissenschaftlichen Forschungsleistung sei die Lehre nie zu kurz gekommen, so Frankenberg. "Auch nach der Emeritierung im Jahre 1995 ist Herbert Pilch mit großer Begeisterung in der Lehre aktiv und bietet nach wie vor Lehrveranstaltungen in englischer Sprachwissenschaft und Keltologie an, und das mit großer Resonanz bei den Studierenden."

Im Rahmen zahlreicher wissenschaftlicher Auslandsaufenthalte und Exkursionen habe er die internationalen Kontakte der Universität Freiburg gepflegt und sehr zu ihrer wissenschaftlichen Reputation beigetragen. "Zeichen des großen Ansehens, das Pilch weltweit genießt, sind ein schottischer und rumänischer Ehrendoktortitel und die langjährige Präsidentschaft der Societas Linguistica Europaea, einer der weltweit bedeutendsten Linguistenvereinigungen."

Herbert Pilch wurde 1927 in Ostpreußen geboren. Nach dem Lehramtsstudium in den Fächern Englisch, Französisch und Russisch sowie der Promotion an der Universität Kiel war er dort zunächst als Assistent tätig. An die Habilitation im Jahr 1957 schlossen sich Tätigkeiten als Assistent an der Universität Kiel sowie als außerordentlicher Professor an den Universitäten Köln und Frankfurt an. 1961 übernahm er die Professur für Englische Philologie an der Universität Freiburg, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1995 inne hatte. Er ist Verfasser zahlreicher Publikationen in mehreren Sprachen zur Allgemeinen, Deutschen, Englischen, Keltischen und Russischen Sprachwissenschaft sowie zur Englischen Literaturwissenschaft.


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