Commerçon: Sprachförderung statt Deutsch-Pflicht in Familien
Das Vorhaben der CSU, die Migranten dazu "anhalten" will, in der familiären Umgebung deutsch zu sprechen, stößt auch im Saarland auf Widerspruch. Bildungsminister Ulrich Commerçon sagte: "Statt populistischer Vorstöße, die in der Sache keine Lösungen anbieten, setzen wir im Saarland auf die Umsetzung vernünftiger Konzepte zur Sprachförderung junger Migrantinnen und Migranten und auf Deutschkurse für Erwachsene. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für eine gelingende Integration. Zwang und Ausgrenzung helfen nicht weiter."
08.12.2014 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur SaarlandCommerçon verweist darauf, dass das Saarland in Kooperation mit dem Paritätischen Bildungswerk seit Jahren mit dem landesweiten Programm "Früh Deutsch lernen" erfolgreich Sprachfördermaßnahmen für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Übergang vom Kindergarten zur Grundschule anbietet. Über das Programm werden vor der Einschulung freiwillige Vorkurse für Kinder mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen, Sprachlernklassen als Vorklassen in der Grundschule und eine weitere halbjährige Begleitung im ersten Schulhalbjahr der Klassenstufe 1 angeboten. Im kommenden Jahr stellt das Bildungsministerium für die Fortführung des Programms 4,8 Millionen Euro zur Verfügung. Für erwachsene Migranten, die nicht die Kriterien der Deutschkurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlingen erfüllen oder diese aus zeitlichen Gründen nicht in Anspruch nehmen können, fördert das Bildungsministerium ebenfalls entsprechende Angebote, z. B. über das Projekt "Mama lernt Deutsch", mit jährlich rd. 60.000 Euro. Auch die Alphabetisierungskurse im Rahmen des Grundbildungspaktes Saar stehen Migrantinnen und Migranten offen.
Erst kürzlich hatte der Bildungsminister ein Sofortprogramm zur Bildung und Förderung von Flüchtlingskindern vorgestellt. Neben rd. 1 Million Euro zur Verstärkung von Sprachfördermaßnahmen für Flüchtlingskinder werden ad hoc 25 zusätzliche Lehrkräfte zur Abdeckung des durch die Zuwanderung erhöhten Bedarfs an Sprachunterricht zur Verfügung gestellt.
Keine Kommentare vorhanden