Cornelsen Gruppe gedenkt ihres Gründers Franz Cornelsen
Am 22. Juli 2008 wäre Franz Cornelsen 100 Jahre alt geworden. Die Cornelsen Verlagsgruppe gedenkt ihres Gründers, der mit seiner unternehmerischen Leistung und seinem persönlichen Engagement die Bildungsmedienbranche in Deutschland entscheidend geprägt hat.
21.07.2008 Pressemeldung Cornelsen Verlag GmbH"Wenn man miteinander reden kann, führt man keine Kriege gegeneinander." Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs entschließt sich der Elektroingenieur Franz Cornelsen 1946 einen Verlag zu gründen. Er möchte einen eigenen Beitrag zur Völkerverständigung sowie zum Aufbau eines neuen, freiheitlich demokratischen Bildungswesens leisten. Sein Credo war einfach und folgerichtig: Wenn man miteinander reden kann, führt man keine Kriege gegeneinander: Deshalb müssen die Deutschen so früh wie möglich Fremdsprachen lernen. Neben pädagogischen Werken verlegt Cornelsen anfangs auch belletristische Titel, wie Erzählungen von Oscar Wilde, Aldous Huxley oder Bertrand Russel. 1948 erscheint das erste deutsche Englisch-Lehrwerk für Volksschulen Peter Pim und Billy Ball, gezeichnet von seiner Frau und engsten Mitarbeiterin Hildegard Cornelsen-Friedrichs. Bereits die Erstverkäufe liegen bei 100.000 Exemplaren. Die frühzeitige Stärke im Bereich Englisch in der Volksschule verschafft Cornelsen später, als 1964 Englisch als Pflichtfach eingeführt wird, einen großen Vorsprung. Gute Kontakte zur Oxford University Press und zu Schulbuchverlagen in den USA unterstützen zusätzlich die Marktführerschaft im Fach Englisch.
"Bildung ist die wichtigste Investition in den Menschen" Eine Schlüsselstellung im Wirken von Franz Cornelsen nimmt sein Engagement auf dem Gebiet der Ökonomie des Bildungswesens ein, die unter anderem eine Verzahnung privater und staatlicher Leistungen vorsah. Der Begriff "Bildungsökonomie", in Deutschland bisher ein Fremdwort, bedeutete für Cornelsen in der Tradition von Adam Smith oder Friedrich List vor allem eine "Investition in den Menschen". Schon damals ließ Franz Cornelsen keine Gelegenheit aus, um auf die Bedeutung des Erziehungswesens für die Volkswirtschaft hinzuweisen. Heute aktueller denn je scheint die Frage Cornelsens nach einer Verteilung des finanziellen Engagements für das Bildungswesen unseres Landes und einer effizienteren Nutzung der Ausgaben: "Mir geht es um eine einfache und nur scheinbar egoistische Frage: Wie wirkt es sich auf die Effizienz der Schule aus, wenn die Schulbuchverleger, die ganz besonders wichtige Werkzeuge für Lehrer, Schüler und Eltern liefern, in ihrer Arbeit von den Kultusministerien und anderen öffentlichen Organen nicht hinreichend als existentiell wichtige Partner, sondern allenfalls als ´Lieferanten´ aufgefasst werden?" Einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau der Bildungsbranche leistete Franz Cornelsen mit der Gründung des Verbandes der Schulbuchverlage, als dessen Vorsitzender er immer wieder vor den volkswirtschaftlichen Folgen der Verminderung der Lehr- und Lernmitteletats warnt. Mit der Gründung der "Cornelsen Stiftung Lehren und Lernen" 1978 geht Franz Cornelsen noch einen Schritt weiter und engagierte sich fortan auch als Stifter für die Verbesserung der bildungsökonomischen Standards.
"Verlage sind eine merkwürdige Mischung aus Geist und Kommerz" Als Unternehmer beweist Franz Cornelsen früh Weitsicht. Seit den späten fünfziger Jahren pflegte er umfassende Kontakte in den Vereinigten Staaten. Sowohl der amerikanische Schulbuchmarkt als auch das dortige Bildungs- und Unterrichtswesen erschienen ihm schon seit 1953 vorbildhaft und zukunftsweisend, so dass er sein Verlagskonzept modifizierte. Er war überzeugt von der Notwendigkeit der Entwicklung von Unterrichtstechnologien – ein Ansatz, den der Cornelsen Verlag bis heute verfolgt. "Bei sorgfältiger Abstimmung der technischen Möglichkeiten mit den pädagogischen Erfordernissen erleichtert die Unterrichtstechnologie dem Lehrer nur seine Aufgaben auf dem Gebiet der Wissensvermittlung; damit setzt sie seine Kräfte frei für die Persönlichkeitsbildung seiner Schüler."
Durch Übernahmen und Eigenentwicklungen baute Franz Cornelsen das Unternehmen konsequent aus. Die Möglichkeit, 1954 den renommierten Verlag Velhagen & Klasing in Bielefeld als zweiten Standort zu übernehmen, kommt nach den Erfahrungen der Berlin-Blockade sehr gelegen. Wegen der günstigeren Transportbedingungen wird in Bielefeld auch die Auslieferung angesiedelt. Aus der Cornelsen-Velhagen & Klasing Verlagsgesellschaft geht später das Cornelsen Verlagskontor (CVK) hervor. Das Fächerangebot wird durch die Übernahme weiterer Verlage (Girardet, Scriptor und Schwann-Bagel) und durch verstärkte Eigenentwicklungen deutlich ausgebaut.
Mit der 1968 gegründeten "Franz Cornelsen Stiftung" als Hauptgesellschafter der Verlagsgruppe "enteignete" sich Franz Cornelsen selbst und legte so den Grundstein für zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens, dessen Kontinuität über seinen Tod hinaus bewahrt werden sollte. Das Kapital der Stiftung versetzt das Unternehmen in die komfortable Situation, nicht nur kostenintensive Entwicklungsarbeiten selbst zu finanzieren sondern ermöglicht bis heute den schrittweisen Ausbau der Cornelsen Gruppe. Nach dem Tod Hildegard Cornelsens heiratete Franz Cornelsen 1984 erneut. Seine zweite Frau Ruth Cornelsen übernimmt nach dem Tod von Franz Cornelsen im Oktober 1989 den alleinigen Vorsitz der Franz Cornelsen Stiftung als Hauptgesellschafterin der Cornelsen Gruppe. Seit 2008 ist sie Vorsitzende des inzwischen fünfköpfigen Stiftungsvorstandes.
Heute zählt die Cornelsen Gruppe zu den führenden Anbietern auf dem Bildungsmarkt. Über 2700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln, gestalten und vertreiben Angebote rund um die Themen Bildung und Wissen. Neben den AKAD Privat-Hochschulen gehören Verlage für Bildungsmedien, Verlage für Fachliteratur und Belletristik sowie die größte Nachhilfeorganisation der Bundesrepublik zur Cornelsen Verlagsgruppe. Mit einem Umsatz von rund 362 Millionen Euro ist Cornelsen eine der größten Verlagsgruppen und Bildungsdienstleister in Deutschland.
Ansprechpartner
Cornelsen Verlag GmbHNicole Weiffen
Cornelsen Verlag GmbH, Mecklenburgische Straße 53
14197 Berlin
Telefon: +49 89785-8286
E-Mail: nicole.weiffen@cornelsen.de
Web: cornelsen.de
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