Den Bund für Recht und Menschlichkeit immer wieder erneuern!

"Die Nacht vom 9. auf den 10. November des Jahres 1938 hat die Brüchigkeit und Verletzlichkeit der moralisch-sittlichen und zivilisatorischen Errungenschaften von Jahrhunderten in aller nur vorstellbaren Drastik vor Augen geführt. Unsere Kinder und Jugendlichen müssen in einer multimedialen Welt immer wieder die Möglichkeit bekommen, so unmittelbar wie möglich von den Verbrechen des NS-Regimes zu erfahren. Sei es durch Augenzeugen, durch einen Besuch der bayerischen Gedenkstätten oder die Begegnung mit jüdischem Leben. Als Beispiel hierfür nannte Sibler das Jüdische Kulturzentrum in München.

08.11.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

267 niedergebrannte Synagogen, verwüstete jüdische Friedhöfe, rund 7.500 zerstörte Geschäfte, zehntausende verhafteter und misshandelter jüdischer Mitbürger - das ist die erschütternde Bilanz der "Pogromnacht" des 9. November 1938. Nicht irgendwo, sondern mitten in Deutschland, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Die schrecklichen Ereignisse, die mit diesen Fakten verbunden sind, drohen sich zu relativieren in einer Zeit, in der sich Fernsehzuschauer auf unzähligen Kanälen dem Elend der Welt aussetzen. "Aber wie war es denn wirklich, als jüdische Kinder ab 15. November 1938 aus den öffentlichen Schulen verwiesen wurden und jüdische Mitbürger am 10. November 1938 vor den Trümmern ihrer Kultur und Geschichte standen?", so fragt Sibler.

Der Staatssekretär weiter: "Es ist eine besondere Aufgabe unserer Schulen, unsere Kinder und Jugendlichen zur intensiven Auseinandersetzung mit der schlimmsten moralisch-sittlichen Niederlage der deutschen Geschichte anzuhalten. Das Kultusministerium unterstützt die Schulen durch die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit." Didaktisch aufbereitetes Material liege zahlreich für die Dokumentationszentren und Gedenkstätten in Bayern vor, Gespräche mit Zeitzeugen würden vermittelt. Nicht zuletzt sei auch die Einweihung der jüdischen Synagoge in München vor genau einem Jahr Teil des intensiven Dialogs über den Holocaust. Sibler: "Alle unsere Bemühungen mit den Schülern haben ein Ziel: Nie wieder!"


Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden