Zumeldung

Kinder- und Jugendschutz muss bei den Plattformen beginnen

Der DL begrüßt die Eckpunkte der Bundesregierung zur Stärkung des Kinder- und Jugendmedienschutzes. Insbesondere die vorgesehenen Maßnahmen zur stärkeren Regulierung von Plattformen und Anbietern sowie die Verankerung des Prinzips „Safety by Design“ gehen aus Sicht des Verbands in die richtige Richtung.

23.10.2026 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Lehrerverband (DL)
  • Kinder spielen auf dem Pausenhof am Handy. © Adobe Stock DL-Präsident Dull: „Bisherige Konzepte zur Altersüberprüfung haben nicht immer die erhoffte Wirksamkeit erreicht.“

„Wer digitale Angebote bereitstellt, die auch von Kindern und Jugendlichen genutzt werden, muss deren Sicherheit von Anfang an mitdenken. „Safety by Design“ darf kein bloßes Schlagwort bleiben, sondern muss durch klare gesetzliche Vorgaben verbindlich und überprüfbar umgesetzt werden“, erklärt Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands. „Davon profitieren nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern alle Nutzerinnen und Nutzer digitaler Angebote.“ Zugleich fordert der Lehrerverband, die angekündigte Stärkung von Medien- und KI-Kompetenz mit konkreten und nachvollziehbaren Investitionen zu hinterlegen, da KI bereits durch Spielzeuge und Kuscheltiere in den Kinderzimmern angekommen ist.

„Medienbildung entsteht nicht durch Absichtserklärungen. Bund, Länder und Kommunen müssen nachprüfbar in die Qualifizierung von Lehrkräften, zeitgemäße Bildungsangebote und unterstützende Strukturen an Schulen investieren. Nur so können Kinder und Jugendliche zu einem selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien befähigt werden. Und nur so werden sie auf die digitalen Entwicklungen, die sie in den kommenden Jahrzehnten erleben werden, ausreichend vorbereitet“, so Düll.

Mit Blick auf die vorgesehenen Maßnahmen zur Altersverifikation äußert sich der DL-Präsident zurückhaltend: „Der Schutz von Kindern im Netz ist notwendig. Ob die vorgeschlagenen Verfahren zur Altersüberprüfung in der Praxis überzeugen, wird sich jedoch erst zeigen. Bisherige Konzepte zur Altersüberprüfung haben nicht immer die erhoffte Wirksamkeit erreicht. Zugleich muss bei allen Lösungen der Schutz personenbezogener Daten und die informationelle Selbstbestimmung aller Nutzerinnen und Nutzer gewährleistet bleiben“, betont Düll.

„Die stärkere Verantwortung der Plattformanbieter halte ich für einen wichtigen Baustein für mehr Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, führt Düll weiter aus. „Dies entlastet auch die Eltern, die nicht mehr die kindgerechten Einstellungen aus komplizierten Menus herauspicken müssen. Die Erziehungsverantwortung der Eltern, die ihre Kinder wie im Straßenverkehr bei ihren ersten Schritten im digitalen Raum begleiten müssen, bleibt allerdings erhalten. Auch mit den Heranwachsenden, die sich online gut zurechtzufinden scheinen, müssen die Eltern das Gespräch suchen und den Austausch pflegen. Die angekündigten Informationskampagnen der Bundesregierung für Erziehungsberechtigte spielen da eine Rolle. Entscheidend ist nun, dass den Eckpunkten konkrete gesetzliche Schritte und eine konsequente Umsetzung folgen.“


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