Digitalisierung

UNESCO will junge Menschen für die digitale Welt stärken

Neue völkerrechtliche Empfehlung soll kritisches Denken, Selbstbestimmung und Beteiligung fördern. Bereits im Januar befasst sich die Generalkonferenz bei einer außerordentlichen Sitzung mit dem Thema.

21.10.2026 Bundesweit Pressemeldung Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
  • Kinder sitzen auf einer Bank auf dem Schulhof und schauen auf ihre Handys. © Adobe Stock Die Empfehlung soll insbesondere die Folgen digitaler Anwendungen und Künstlicher Intelligenz für Lernen, Kreativität und die Entwicklung eigener Urteilsfähigkeit in den Blick nehmen.

Die UNESCO will bis November 2027 eine völkerrechtliche Empfehlung zu den Auswirkungen digitaler Technologien auf Kinder und Jugendliche erarbeiten. Der Exekutivrat der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation hat heute dem Vorschlag von UNESCO-Generaldirektor Khaled El-Enany zugestimmt, das entsprechende Verfahren zu beschleunigen. Bereits im Januar befasst sich die Generalkonferenz bei einer außerordentlichen Sitzung mit dem Thema. Die Empfehlung soll insbesondere die Folgen digitaler Anwendungen und Künstlicher Intelligenz für Lernen, Kreativität und die Entwicklung eigener Urteilsfähigkeit in den Blick nehmen.

Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, erklärt dazu: „Kinder und Jugendliche brauchen in digitalen Räumen wirksamen Schutz. Vor allem aber müssen wir sie stark machen: Sie sollen Informationen und KI-Ergebnisse kritisch hinterfragen, selbstbestimmt entscheiden und die digitale Welt aktiv mitgestalten können. Politik, Eltern, Bildungseinrichtungen und Digital-Unternehmen tragen dafür gemeinsam Verantwortung. Wir müssen jungen Menschen Wissen und Werte vermitteln und sie an den Entscheidungen über Technologien beteiligen, die ihr Leben und ihre Zukunft prägen.“

Die außerordentliche Generalkonferenz soll im Januar 2027 den formalen Auftrag zur Ausarbeitung der Empfehlung erteilen. Anschließend beraten die UNESCO-Mitgliedstaaten schriftlich und später im Sommer 2027 in einer einwöchigen Sitzung vor Ort in Paris Wort für Wort über den Text. Die Verabschiedung ist bei der regulären Generalkonferenz im November 2027 vorgesehen. UNESCO-Empfehlungen setzen international vereinbarte Standards und geben den Mitgliedstaaten Orientierung für ihre nationale Politik. Die Deutsche UNESCO-Kommission wird Öffentlichkeit und Fachwelt weiter über den Prozess informieren.


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