Dorothea Schäfer Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW
Dorothea Schäfer ist zur Landesvorsitzenden der größten Bildungsgewerkschaft in NRW gewählt worden. Auf dem Gewerkschaftstag der GEW in Wuppertal erhielt sie heute 90,1% der Stimmen.
18.06.2011 Pressemeldung GEW Nordrhein-WestfalenDie 56jährige Gesamtschullehrerin aus Unna will die GEW auch unter einer rot-grünen Landesregierung profilieren und für Bildungsreformen kämpfen. Zur Durchsetzung eines tariflichen Eingruppierungsrechts für angestellte Lehrkräfte will die GEW ihre Mitgliedermobilisierung intensivieren.
"Mit der neuen Landesregierung ist nicht alles easy. Wir müssen uns weiter für die Interessen der Beschäftigten in allen Bildungsbereichen engagieren", erklärte Schäfer vor den knapp 400 Delegierten.
Schäfer verwies auf die Aktivitäten der GEW in den aktuellen Reformfeldern Gemeinschaftsschule, Inklusion, Entwicklung der Hochschullandschaft und die Novellierung des Kinderbildungsgesetzes. Ein wichtiges Ziel der GEW ist die Umsetzung eines Stufenplans für kleinere Klassen. "Dieses Thema ist aber kein Selbstläufer", Schäfer weiß um die Schwierigkeiten, Entlastungen für Lehrkräfte in Zeiten knapper Haushaltskassen durchzusetzen.
In einem weiteren Wahlgang wurde Monika Dahl (46), Realschullehrerin aus St. Augustin, zur stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt.
Dicke Bretter für L-EGO bohren!
Tarifexpertin Ilse Schaad vom GEW-Hauptvorstand würdigte in ihrem Referat den Profilgewinn des NRW-Landesverbandes in den letzten beiden Tarifrunden für eine Lehrerentgeltordnung (L-EGO). Die Durchsetzung des tariflichen Eingruppierungsrechts erfordere jedoch einen langen Atem und eine deutliche Verstärkung der Mitgliedermobilisierung. "Trotz beachtlicher Erfolge ist die Mehrheit der angestellten Lehrkräfte noch nicht unseren Streikaufrufen gefolgt." Lehrkräfte sollten nicht glauben, dass mit ein oder zwei Streiktagen das Tarifziel erreichbar sei. Die Tarifexpertin verwies auf historische Beispiele sowie auf den elfwöchigen Tarifkampf der Erzieherinnen zur Durchsetzung eines Tarifvertrages im Sozial- und Erziehungsdienst im Sommer 2009. Die GEW müssen die tarifpolitische Strategie in Bund und Ländern weiterentwickeln, man habe angefangen, "ein dickes Brett zu bohren".
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