Elterngeld wirkt

Fast alle Eltern nehmen das Elterngeld im ersten Jahr nach der Geburt ihres Kindes in Anspruch. Und eine deutliche Mehrheit erklärt, dass ihnen das Elterngeld geholfen habe. Das zeigt: Das Elterngeld kommt an.

29.10.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Seit Einführung des Elterngeldes im Januar 2007 sind rund 752.000 Anträge auf Kindergeld bewilligt worden (bis Juni 2008). 649.000 Anträge wurden von Müttern gestellt, 103.000 Anträge von Vätern. "Das Elterngeld läuft! Es beziehen über 99 Prozent der frisch gebackenen Eltern, die ein Kind bekommen, das Elterngeld", sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen nach dem Bundeskabinett.

Fast alle Eltern, die Elterngeld beziehen (90 Prozent), beurteilen diese Leistung als "hilfreich", 54 Prozent sogar als "sehr hilfreich". Das zeige, dass sich das Elterngeld in der Praxis bewährt habe und alle Erwartungen erfülle, unterstrich die Ministerin.

Auch die Zustimmung in der Bevölkerung zum Elterngeld ist hoch und steigt weiter. Kurz vor seiner Einführung beurteilten 61 Prozent der Befragten das Kindergeld als eine gute Regelung. Im Juni 2008 waren es bereits 74 Prozent.

Diese und andere Angaben stammen vom Statistische Bundesamt und mehreren wissenschaftliche Instituten. Sie haben seit der Einführung des Elterngeldes untersucht, wie es wirkt. Die Ergebnisse der Studien sind in den Bericht über die Auswirkungen des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes eingeflossen, den das Bundeskabinett beschlossen hat. Der Bericht bestätigt: Das Elterngeld hat seine Ziele erreicht.

Elterngeld schafft Sicherheit und Wahlfreiheit

Die meisten Eltern nehmen für zwölf Monate das Elterngeld in Anspruch, die Mütter zu 87 Prozent, die Väter zu 13 Prozent. Die meisten Väter beanspruchen allerdings das Geld nur ein bis zwei Monate.

Das Elterngeld gibt allen Eltern im ersten Jahr nach der Geburt die Möglichkeit, sich ohne finanzielle Sorgen um ihr Kind kümmern können: Es ersetzt 67 Prozent des Nettoeinkommens. Damit sichert es die jungen Familien finanziell und ist auch ein Grund für mehr Nachwuchs: Erstmals seit zehn Jahren steigt die Geburtenrate.

Darüber hinaus fördert das Elterngeld die Erwerbstätigkeit von Frauen vor einer Geburt, da es sich hier um eine Lohnersatzleistung handelt. Auch die Entscheidung berufstätiger Frauen fällt mit dem Elterngeld leichter. Untersuchungen belegen, dass viele Mütter nach Ablauf eines Jahres wieder früher berufstätig werden wollen als beim früheren Erziehungsgeld. Familie und Beruf sind somit feste Bestandteile der Lebensplanung geworden.

Besonders erfreulich ist, dass immer mehr Väter sich Zeit für ihren Nachwuchs nehmen. Für Kinder, die von Anfang Januar 2007 bis Ende März 2007 geboren wurden, lag die Zahl der bewilligten Elterngeldanträge von Vätern bei 16 Prozent. Vor der Einführung des Elterngeldes hatten lediglich 3,5 Prozent der Väter Elternzeit genommen. Für von der Leyen ist die wachsende Zahl jünger Väter, die zur Betreuung ihrer Kinder vorübergehend aus dem Beruf aussteigen, eine "leise Revolution".

Akzeptanz bei Unternehmen steigt

Auch Unternehmen zeigen Verständnis für Elterngeld und Partnermonate. Mittlerweile halten 80 Prozent der Führungskräfte das Elterngeld für "eine gute Regelung". Etwa zwei Drittel sehen eine Reduzierung oder Unterbrechung der Berufstätigkeit von Vätern als "gar nicht problematisch".

"Das Gesetz hat sich in der Praxis bewährt", schätzte von der Leyen ein. Deshalb sehe die Bundesregierung nur geringen Änderungsbedarf beim Elterngeld. Ein aktueller Gesetzesentwurf sieht unter anderem die Möglichkeit einer Großelternzeit vor für Kinder von minderjährigen oder in Ausbildung befindlichen Eltern. Darüber hinaus ist eine Mindestbezugszeit von zwei Monaten für das Elterngeld geplant.

Der Gesetzentwurf wurde vom Familienausschuss des Deutschen Bundestages bereits beschlossen.


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