Ergebnisse der Wintersitzungen des Wissenschaftsrates
Bereits zum dritten Mal war der Wissenschaftsrat auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich seiner Wintersitzungen zu Gast im Bundeskanzleramt. Peter Strohschneider, der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, nahm diese Gelegenheit zum Anlass für einen Blick auf die vergangenen fünf Jahre seiner Amtszeit, an deren Beginn die Föderalismusreform I in den Jahren 2005/06 stand, sowie auf aktuelle Herausforderungen der Wissenschaftspolitik.
31.01.2011 Pressemeldung WissenschaftsratNeuer Vorsitzender des Wissenschaftsrates ist der Aachener Ingenieur Wolfgang Marquardt, der die Nachfolge von Peter Strohschneider antritt. Der Münchner Mittelalter-Philologe hatte fünf Jahre lang den Vorsitz des Wissenschaftsrates inne. Strohschneider wurde in Anwesenheit von Bundesministerin Annette Schavan und zahlreicher Wissenschaftsministerinnen und –minister der Länder in Berlin verabschiedet.
Auf seinen Wintersitzungen hat sich der Wissenschaftsrat schwerpunktmäßig mit den Informationsinfrastrukturen in der Wissenschaft beschäftigt. Neben drei Einzelempfehlungen zu den Infrastrukturen für die Geistes- und Sozialwissenschaften, zu wissenschaftlichen Sammlungen sowie zu bibliothekarischen Verbundsystemen in Deutschland wurde eine übergreifende Aspekte der Einzelempfehlungen akzentuierende Empfehlung zu diesem Themenfeld verabschiedet.
Wissenschaftlichen Sammlungen, Bibliotheken, Archiven und Datensammlungen, die unter dem Begriff Informationsinfrastrukturen zusammengefasst werden, kommt eine grundlegende Bedeutung für Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung in allen wissenschaftlichen Fächern zu. Der Wissenschaftsrat appelliert in seinen übergreifenden Empfehlungen zu diesem Themenfeld an Bund und Länder, gemeinsam Anstrengungen zu unternehmen, um ein funktionsgerechtes Angebot an Informationsinfrastrukturen in Deutschland zu erhalten und dabei auch die Hochschulen als deren Träger verstärkt zu berücksichtigen.
Hinsichtlich der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ist es aus Sicht des Wissenschaftsrates notwendig, der an wissenschaftspolitischer Bedeutung zunehmenden Infrastrukturentwicklung für die Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland mehr Aufmerksamkeit zu widmen. In diesem Sinne wurden Empfehlungen zur Stärkung der internationalen Konkurrenzfähigkeit von Informations- und sozialen Infrastrukturen sowie zur Ausstattung mit Großgeräten in einzelnen Feldern der Geistes- und Sozialwissenschaften ausgesprochen.
Deutschland verfügt über eine reiche und sehr vielfältige Sammlungslandschaft, die Grundlage bedeutender und herausragender Forschung ist. Der Wissenschaftsrat hat jedoch feststellen müssen, dass das Potenzial dieser wissenschaftlichen Sammlungen – vor allem im universitären Bereich – noch nicht hinreichend erkannt und genutzt wird. Mit seinen Empfehlungen möchte er zu ihrer besseren Nutzung in der Forschung beitragen.
Darüber hinaus hat sich der Wissenschaftsrat – zeitgleich mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft - ausführlich mit der Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland beschäftigt. Beide Organisationen werden ihre Ergebnisse, die in enger Abstimmung erarbeitet wurden, in der kommenden Woche (3. Februar) veröffentlichen und zudem eine gemeinsame Erklärung abgeben.
In seiner Stellungnahme zur Universitätsmedizin in Hamburg hebt der Wissenschaftsrat die positive Entwicklung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf einschließlich der Medizinischen Fakultät an der Universität Hamburg hervor. Durch umfangreiche bauliche und infrastrukturelle Investitionen, eine konsequente Neuorganisation der Grundstruktur und Anstrengungen zur wirtschaftlichen Konsolidierung sei es gelungen, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auf einen Erfolg versprechenden Weg zu bringen.
Im Rahmen der institutionellen Akkreditierung wurden vier Verfahren beraten. Akkreditiert wurden die Theologische Hochschule Reutlingen (THR), die geplante Internationale Hochschule Liebenzell (IHL) i. Gr. und die Leibniz-Fachhochschule i. Gr., Hannover. Negativ fiel die Entscheidung für die Freie Hochschule Mannheim (FHM) i. Gr. aus.
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