"Erinnerung an Unrecht wachhalten"

Der Bildungsstaatsekretär und Koordinator des Handlungskonzepts "Tolerantes Brandenburg", Burkhard Jungkamp, nimmt als Vertreter der Landesregierung am Sonntag, den 09. November 2008, an einer Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der "Reichspogromnacht" in Finsterwalde (Landkreis Elbe-Elster) teil. Die Gedenkveranstaltung wird von der Evangelischen Jugendarbeit im Kirchenkreis Finsterwalde durchgeführt, beginnt ab 17 Uhr in der Trinitatiskirche und endet nach einem "Lichterweg" zum Markplatz der Stadt mit Klezmer-Musik im Kellercafé der Evangelischen Jugend. Erwartet werden bis zu 200 Gäste.

07.11.2008 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Staatssekretär Jungkamp betonte im Vorfeld, dass der 9. November 1938 als furchtbares Fanal in die deutsche Geschichte eingegangen sei. "Die Pogrome gegen jüdische Mitbürger waren vielerorts der Beginn des staatlich verordneten Massenmords an Juden und des Versuchs, ihre Kultur auszurotten. Viel zu viele haben dabei zugesehen, nicht wenige sind auch zu Mittätern nationalsozialistischer Willkür geworden. Die Erinnerung an das damals geschehene Unrecht muss wachgehalten werden – es ist eine Möglichkeit zu verhindern, dass menschenverachtende Ideologien hierzulande jemals wieder Raum greifen können." Zivilgesellschaftliches Engagement auf allen Ebenen sei wichtig, so Jungkamp, nicht zuletzt in der Jugendarbeit, um auch heutzutage dem Treiben von Unverbesserlichen wie Neonazis wirksam Einhalt gebieten zu können.

Die Gedenkveranstaltung der Evangelischen Jugend am 09. November ist zugleich Auftakt der traditionellen ökumenischen "Friedens Dekade" in Finsterwalde. Bis zum 19. November 2008 werden sich vornehmlich Jugendliche im Rahmen vielfältiger Veranstaltungen für Mitmenschlichkeit und Toleranz und gegen Ausgrenzung und Verfolgung einsetzen.

Die Evangelische Jugendarbeit in Finsterwalde wird u.a. unterstützt aus Mitteln des Handlungskonzepts "Tolerantes Brandenburg" der Landesregierung. Das Handlungskonzept gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit wurde 1998 beschlossen. Es zielt darauf ab, Toleranz und Demokratiefähigkeit durch die schwerpunktorientierte Arbeit in Verwaltungen, Institutionen, Bildungseinrichtungen, in der Wirtschaft sowie in Vereinen, Verbänden und Körperschaften zu erreichen. Die Landesregierung kooperiert hierzu mit zahlreichen gesellschaftlichen Partnern. Das Handlungskonzept wurde 2005 unter dem Titel "Tolerantes Brandenburg – für eine starke und lebendige Demokratie" aktualisiert und fortgeschrieben. Es steht für ein Leitbild der Landesregierung, um die Zivilgesellschaft im Land Brandenburg zu stärken und weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen:
www.tolerantes.brandenburg.de
www.evangelische-jugend-fiwa.de


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