Fachkongress mit 200 Teilnehmenden erörtert Chancen einer Neuorientierung des Zivildienstes
Der Zivildienst als Lerndienst ist Thema eines Expertentreffens, das die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, am heutigen Mittwoch in Hannover eröffnet. Die zweitägige Veranstaltung unter dem Titel "Zivildienst als Chance!" stellt erste Fortschritte der im Koalitionsvertrag vereinbarten Neuausrichtung der Fachöffentlichkeit vor.
29.11.2006 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend"Ich bin sicher, dass von unserer gemeinsamen Auftaktveranstaltung wertvolle Impulse für eine umfassende und nachhaltige Neuorientierung des Zivildienstes ausgehen. Wenn wir den Zivildienst weiter entwickeln zu einem Lerndienst, wird er nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für die Zivildienstleistenden noch stärker als bisher zum Gewinn. Der Zivildienst genießt in Deutschland hohe gesellschaftliche Akzeptanz und Anerkennung. Der Zusammenhalt der Generationen steht und fällt auch mit Kontakt und gegenseitiger Hilfe von Jung und Alt", betont die Ministerin in ihrer Begrüßungsansprache vor 200 Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmern.
"Hinter dem Programm 'Zivildienst als Lerndienst' steht die Erkenntnis, dass Erfahrungen und Kompetenzen aus dem Zivildienst im ganzen Leben von Nutzen sind, im Beruf, aber auch im Ehrenamt oder in der Familie. Zivildienst heißt Lernen fürs Leben", so von der Leyen. Zivildienstleistende ermöglichen beispielsweise Menschen mit Behinderung den Schulbesuch, Studium und Beruf. Sie ermöglichen ihnen auch die Teilhabe an Kultur- und Freizeitleben. Sie dienen im Umwelt- und Naturschutz, im Krankenhaus, im Senioren- und im Pflegeheim sowie in vielen anderen am Gemeinwohl orientierten Bereichen. "Die jungen Männer lernen darüber hinaus im Zivildienst, dass Sorge, Pflege, menschliche Zuwendung auch eine lohnende Aufgabe für Männer ist. Und manchen gefällt die neue Rolle so gut, dass sie hinterher dabei bleiben und einen sozialen Beruf ergreifen", unterstreicht von der Leyen.
"Entsprechend den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag wollen wir den Zivildienst daher zum Lerndienst weiterentwickeln. Ich bin froh, dabei so breite und prominente Unterstützung zu finden, insbesondere bei unserem wichtigsten Partner im Zivildienst, der Freien Wohlfahrtspflege. Ich danke ganz besonders dem Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, dem Bundesminister a. D. Rudolf Seiters, sowie dem Präsidenten des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt, Wilhelm Schmidt, dass sie diese wichtige Veranstaltung zusammen mit weiteren Spitzenvertreterinnen und -vertretern aus Verbänden, Kirchen, Wissenschaft, Politik und Verwaltung mitgestalten", so von der Leyen.
Über den aktuellen Stand schon laufender Modellprojekte werden Expertinnen und Experten am zweiten Kongresstag berichten. Hierzu gehört etwa ein in Zusammenarbeit mit der TÜV-Akademie Rheinland entwickeltes Zeugnis "Zertifizierter Helfer für Soziale Dienste", das den jungen Männern während der Dienstzeit gewonnene Kenntnisse und Fertigkeiten bescheinigt. Zusammen mit den Bundesländern wird auch geprüft, während der Zivildienstzeit berufliche Qualifizierungen beispielsweise in der Altenpflege anzubieten.
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