Zusammenarbeit

"Gemeinsam lernen und unterrichten in der Großregion" Bildungsminister vereinbaren intensivere Kooperation

Die Bildungsminister der Großregion SaarLorLux-Rheinland-Pfalz-Wallonie haben heute im Rahmen des 1. Bildungstages der Großregion in Trier eine intensivere, grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der Bildung vereinbart.

16.06.2014 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Dies haben die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen und der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon im Anschluss an die Fachministerkonferenz der Großregion mitgeteilt. Derzeit hat das Land Rheinland-Pfalz die Gipfelpräsidentschaft inne. Auf dem Treffen der für die Bildungspolitik Verantwortlichen aus Luxemburg, den Bundesländern Saarland und Rheinland-Pfalz sowie den französischen und belgischen Regionen der Großregion skizzierte zudem die EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, Androulla Vassiliou, die zum ersten Mal an einer derartigen Konferenz teilnahm, in einem Grundsatzreferat Leitlinien für die "Bildung im Europa des 21. Jahrhunderts" aus Sicht der EU-Kommission.

"Die Intensivierung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Bildungsbereich leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung einer gemeinsamen Identität und zur Gestaltung des gemeinsamen Lebens und Arbeitens in der Großregion", unterstrichen Doris Ahnen und Ulrich Commerçon. "Eine europäische Zusammenarbeit ist in der Bildungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Der Prozess der europäischen Einigung wird dabei nicht alleine in Brüssel oder Straßburg vorangetrieben. Der entscheidende Motor sind die Menschen und Institutionen in den Regionen, die ohne geistige Barrieren im Kopf und Grenzschranken im Personen- und Wirtschaftsverkehr sowie im kulturellen Leben und natürlich in der Ausbildung junger Menschen die Zukunft gestalten. Deshalb benötigen wir in der Bildungspolitik der Großregion gemein- same Strategien, die wir hier und heute ein Stück weiterentwickeln wollen", sagte Doris Ahnen. Sie kündigte an, dass Rheinland-Pfalz als sichtbares Zeichen für die europäische Ausrichtung vom kommenden Schuljahr an das Zertifikat "Europaschule" an Schulen verleihen werde. Die entsprechende Ausschreibung starte mit dem heutigen Tag.

Ulrich Commerçon betonte: "Zu unserer Lebenswirklichkeit und Lebensqualität gehört die Großregion als gemeinsamer Kulturraum mit rund 11 Millionen Einwohnern. Gerade für junge Menschen ist es sehr wichtig, die Chancen dieses Kooperationsraumes zu nutzen. Daher liegt es nahe, Kinder und Jugendliche bereits in der Schule mit der Großregion vertraut zu machen. Diesem Ziel dient die Stärkung und Vertiefung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit. Dabei können wir bereits auf vielfältige Erfahrungen zurückgreifen." Als Beispiel nannte der Minister das zweisprachige Unterrichtsmaterial "Unsere Großregion – ein Kulturkalender für Kinder", das seit diesem Schuljahr an Grundschulen im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Lothringen zum Einsatz kommt. Das Material wurde von Experten aus den Bereichen frühkindliche Mehrsprachigkeit, deutsch-französische Spracherziehung und der grenzübergreifenden kulturellen Zusammenarbeit entwickelt und findet große Resonanz. "Mehrsprachigkeit, Mobilität und der Erwerb von Schlüssel- und Handlungskompetenzen bilden die Grundlage für gute Zukunftschancen unserer Kinder und Jugendlichen in der Großregion", so Commerçon.

Konkret wollen die Fachministerinnen und Fachminister grenzübergreifende Bildungsmaßnahmen, Aktivitäten und Projekte wie Schulpartnerschaften, Begegnungen auf Klassen- oder Gruppenebene und individuelle Schüleraustausche intensiv unterstützen und fördern. Auf der Ebene der Schulen sollen zudem gemeinsame Kooperationen mit außerschulischen Institutionen, staatlichen Einrichtungen und auch mit Nicht-Regierungsorganisationen gefördert werden. Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte in den einzelnen Regionen sollen für Lehrkräfte der Nachbarregionen weiter geöffnet, gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen und Lehrkräfteaustausche intensiviert werden.

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus Luxemburg, Lothringen und Belgien ermutigten die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und ihr saarländischer Kollege alle verantwortlichen Akteure im Bildungswesen – also vor allem Schulen, Lehrkräfte, Eltern sowie Kommunen – die Verantwortung für die Bildung und Erziehung der Schülerinnen und Schüler gemeinsam zu tragen. Zur Verstetigung und Institutionalisierung der Kooperation soll in Zukunft in jeder Gipfelpräsidentschaft ein Großregionaler Bildungstag durchgeführt werden.


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