Gemeinsames Projekt der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg an der Landesgrenze
Kultusminister Henry Tesch hat sich bei einem gemeinsamen Besuch im Todesmarschmuseum im Belower Wald mit dem Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, Jochen Schmidt, über den Stand der Neugestaltung des Museums informiert. Diese Gedenkstätte unmittelbar an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern wird intensiv für Gedenkstättenfahrten von vielen Schülerinnen und Schülern aus Mecklenburg-Vorpommern genutzt.
04.02.2010 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernIm Rahmen der Gedenkstättenförderung hat Mecklenburg-Vorpommern die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten im Jahr 2009 mit 14.000 Euro bei der Neugestaltung des Museums unterstützt.
Im Todesmarschmuseum im Belower Wald wird die Geschichte der Todesmärsche nach der Auflösung der Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen dokumentiert. Die Todesmärsche, auf die die ohnehin schon entkräfteten Häftlinge nach Auflösung der Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen geschickt wurden, führten durch Mecklenburg und endeten auch hier. Ein Teil des Außengeländes des Museums liegt auf dem Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommern.
Minister Tesch: "Die Todesmärsche am Ende des Zweiten Weltkrieges sind eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte. Diese Geschichte betrifft uns in Mecklenburg-Vorpommern ganz direkt. Mit der Unterstützung der Neugestaltung des Museums des Todesmarsches stellt sich Mecklenburg-Vorpommern seiner historischen Verantwortung. Mit dem neugestalteten Museum können darüber hinaus im Bereich der Bildungsarbeit die bestehenden Kooperationsbeziehungen mit Partnern in Mecklenburg-Vorpommern vertieft werden."
Zum Hintergrund:
Museum des Todesmarsches
Am 21. April 1945 begann die Räumung des KZ Sachsenhausen. 33.000 von 35.000 Häftlingen, darunter auch Frauen und Kinder, wurden in Richtung Nordwesten in Marsch gesetzt. Auf unterschiedlichen Strecken gelangten die Kolonnen der Häftlinge in den Raum Wittstock. Im nahen "Belower Wald" wurden ab dem 23. April 1945 in einem großen Lager mehr als 16.000 Häftlinge zusammen gezogen. Während die SS-Lagerführung sich in nahe gelegenen Bauernhöfen einquartiert hatte, suchten die Häftlinge im Waldlager in selbst errichteten Unterständen und Erdlöchern Schutz vor der Witterung und versuchten, ihren Hunger mit Kräutern, Wurzeln und Rinde zu stillen. Auf dem nahe gelegenen Friedhof in Grabow sind 132 Häftlinge beigesetzt, die im Waldlager oder in einem Nothospital verstorben sind. Am 29. April 1945 verließen die Kolonnen das Waldlager.Das Museum des Todesmarsches, eine Außenstelle der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen, befindet sich am Ort des Waldlagers im Belower Wald und widmet sich der Thema der Todesmärsche. Die ständige Ausstellung in dem 1981 eröffneten Museum präsentiert vor allem Fundstücke, die von den Häftlingen im Waldlager zurück gelassen worden sind. Bereits 1975 war ein einfacher Gedenkstein im Belower Wald durch eine Stele mit rotem Winkel ersetzt und ein "Ehrenhain" angelegt worden. Auf dem rund 20.000 m² großen Gelände des Waldlagers tragen zahlreiche Bäume Inschriften, die im April 1945 von KZ-Häftlingen angebracht worden sind.
Im Zuge der Neugestaltung entsteht auf einer Wiese neben dem historischen Waldgelände, wo im April 1945 rund 16.000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen während des Todesmarsches für mehrere Tage lagern mussten, eine Freiluft-Ausstellung. Das derzeitige Museumsgebäude wird zu einer pädagogischen Projektwerkstatt umgestaltet.
Adresse: Museum des Todesmarsches, Außenstelle der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen, Belower Damm 1, D-16909 Wittstock, www.stiftung-bg.de/below
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