Gleiche Rechte für alle

Weg von der Fürsorge, hin zur selbstbestimmten Teilhabe. Ziel der Bundesregierung ist es, dass behinderte Menschen im gesellschaftlichen Leben eine faire Chance erhalten. Der heutige "Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen" setzt hierfür ein Zeichen.

03.12.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Barrieren für Behinderte müssen beseitigt werden. Die rechtlichen Grundlagen dafür sind vorhanden. Die Bundesregierung setzt sich insbesondere dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen im allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden.

Seit 1992 wird auf Initiative der Vereinten Nationen jeweils der 3. Dezember eines jeden Jahres als der "Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen" begangen.

Dieser Tag solle sichtbare Zeichen setzen für mehr Teilhabe, weltweit bessere Chancen und gegen Benachteiligung behinderter Menschen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, Franz Thönnes. Symbole und Selbstverpflichtungen müssten mit Leben gefüllt und durch konkretes Handeln unterlegt werden.

Rechtliche Grundlagen geschaffen

Ein wichtiger Schritt erfolgt noch diese Woche: Der Deutsche Bundestag wird das "Gesetz zur Ratifikation des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen" verabschieden. Das Übereinkommen konkretisiert bestehende Menschenrechte für die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen. Deutschland gehörte zu den Erstunterzeichnern der Konvention. Das Gesetzgebungsverfahren soll im Januar 2009 abgeschlossen sein.

Rechte behinderter Menschen stärken

Auch das "Gesetz zum Unterstützten von Beschäftigung" soll im Januar 2009 in Kraft treten. Dadurch werden mehr behinderte Menschen in Betrieben auf dem regulären Arbeitsmarkt einen Job finden. Ziel ist es, diesen Menschen eine langfristige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Unternehmen zu vermitteln.

Betriebliche Qualifizierung unterstützen

Integration in den Arbeitsmarkt

Auch die Behinderten haben in den vergangenen Jahren vom Aufschwung am Arbeitsmarkt profitiert. Seit 2005 ist die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen um fast 20 Prozent gesunken. Dennoch ist es für Schwerbehinderte immer noch schwieriger als für nicht Behinderte, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Für etwa 250.000 behinderte Menschen ist die Arbeit in einer Behindertenwerkstätte die einzige Chance auf Teilhabe.

Mit der Initiative "job - Jobs ohne Barrieren" und dem Programm "Job4000" hat die Bundesregierung erfolgreiche Arbeitsmarktprogramme für schwerbehinderte Menschen ins Leben gerufen.

"Initiative job"

In Deutschland leben circa 8,6 Millionen Menschen mit Behinderungen. Das sind gut zehn Prozent der Bevölkerung. Als schwerbehindert (Grad der Behinderung von wenigstens 50) gelten 6,8 Millionen Menschen. Das sind acht Prozent der Gesamtbevölkerung; davon sind 53 Prozent 65 Jahre alt oder älter. Weltweit gibt es nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation rund 600 Millionen behinderte Menschen. Das entspricht einem Anteil an der Weltbevölkerung von zehn Prozent.


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