Gute Politik braucht gute Statistik

Der Statistische Beirat - das vom Bundesstatistikgesetz eingerichtete Gremium der Nutzer, Befragten und Produzenten der Bundesstatistik - hat auf seiner 53. Tagung am 21. Juni 2006 in Wiesbaden seine Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Bundesstatistik in der 16. Wahlperiode des Deutschen Bundestags bekräftigt.

22.06.2006 Pressemeldung Statistisches Bundesamt (DESTATIS)

In diesem Zusammenhang stellt der Statistische Beirat fest: Die amtliche Statistik ist eine unverzichtbare Säule der Informationsinfrastruktur unseres Landes. Die amtliche Statistik liefert die notwendigen Informationen für politische und wirtschaftliche Entscheidungen, für administratives Handeln, für wissenschaftliche Analysen und für die Orientierung der Bürger. Qualitativ hochwertige amtliche Statistiken stellen daher einen bedeutsamen Standortvorteil dar und leisten einen wichtigen Beitrag zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Der Statistische Beirat spricht sich dafür aus, dass sich Deutschland mit einem registergestützten, durch Stichproben ergänzten Zensus an der für 2010/2011 EU-weit geplanten Zensusrunde beteiligt. Ein registergestützter Zensus ist wesentlich belastungsärmer und kostengünstiger als eine herkömmliche Volkszählung. Ergänzt durch eine postalische Befragung der Gebäudeeigentümer/-verwalter und einige zusätzliche Stichprobenbefragungen ergibt ein registergestützter Zensus zuverlässige Ergebnisse.

Um dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel angemessen Rechnung zu tragen, sind Statistiken immer wieder an neue Phänomene anzupassen. Als positive Beispiele nennt der Statistische Beirat insbesondere die Erweiterung der Statistik über Kindertagesbetreuung, die Revision des Lohnstatistiksystems, die Änderungen in der Finanzstatistik und die Einführung von Erzeugerpreisindizes für den Dienstleistungsbereich.

Im Interesse einer engen Kooperation zwischen Wissenschaft und Statistik fordert der Statistische Beirat, die Arbeit der Forschungsdatenzentren der statistischen Ämter als Daueraufgabe zu verstetigen.

Um die Belastung der Befragten zu reduzieren, empfiehlt der Statistische Beirat, alle technischen Möglichkeiten zur Vereinfachung von Erhebungen auszuschöpfen. Online-Erhebungen gehören seit Jahren zum Instrumentarium der amtlichen Statistik; insbesondere bei den zentralen Erhebungen gibt es für alle 27 internetfähigen Statistiken die Möglichkeit zur Meldung per Internet. Ab 2007 sollen Online-Erhebungen für mehr als 40 weitere Statistiken flächendeckend angeboten werden. Seit Ende 2005 werden in zunehmendem Umfang Unternehmen dadurch entlastet, dass sie ihre statistischen Daten über ein Software-Modul automatisch aus ihrem betrieblichen Rechnungswesen ermitteln und auf elektronischem Wege an eine gemeinsame Datenannahmestelle der statistischen Ämter (eSTATISTIK.core) übermitteln können.

Weitere Auskünfte gibt:
Pia Brugger,
Telefon: (0611) 75-4168,
E-Mail:


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