Hubert Winkels kritisiert plakative Literaturkritik
Hubert Winkels, Literaturredakteur beim Deutschlandfunk, befürchtet, dass der Raum für eine " kunstvoll-distanzierte Literaturkritik" kleiner wird. " Es gibt bei den Kernorganen der Kritik eine gewisse Nachlässigkeit oder, positiv betrachtet, ein plakativeres Arbeiten. Man kann das als Lesernähe feiern, aber es geht auch etwas verloren", sagte der designierte Alfred-Kerr-Preisträger dem BÖRSENBLATT FÜR DEN DEUTSCHEN BUCHHANDEL in der morgigen Ausgabe.
21.02.2007 Pressemeldung Börsenverein des Deutschen BuchhandelsNach Einschätzung des Literaturkritikers habe das Gewerbe der Literaturkritik durchaus " etwas vom Schaustellertum". "Und auf eine Art sind wir alle Verkäufer", räumt Winkels ein. Die entscheidende Frage aber sei nicht, welche Mittel der Kritiker einsetzt, um den Leser zu erreichen, sondern: " Warum gebe ich die Hälfte, dreiviertel meiner Lebenszeit der Literatur hin?" WinkelsŽ Antwort: " Es gibt eine ununterbrochene Produktion von imaginären Räumen, in die wir eingebunden sind, in denen wir uns selbst beruhigen, geschlossene Bild- und Denkräume, wenn auch keine Ideologien mehr im klassischen Sinn. Literatur greift dieses permanent erzeugte Einverständnis auf und zersetzt es. Dieses Zerstören ist ein Akt der Erkenntnis. Das ist die eigentliche Qualität."
Das BÖRSENBLATT FÜR DEN DEUTSCHEN BUCHHANDEL erscheint in einer Auflage von 12.000 Exemplaren wöchentlich jeweils am Donnerstag. Es ist die anzeigen- und auflagenstärkste Fachzeitschrift der Buchbranche. Herausgeber ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.
Die Fachzeitschrift vergibt den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik auf der Leipziger Buchmesse am Donnerstag, 22. März 2007, um 14.30 Uhr im Berliner Zimmer.
Ansprechpartner
Börsenverein des Deutschen BuchhandelsGroßer Hirschgraben 17-21
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Web: http://www.boersenverein.de
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