Jubiläumsausgabe des Statistischen Jahrbuchs NRW erschienen

(LDS NRW). Rechtzeitig vor Weihnachten hat das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mit der aktuellen Ausgabe 2008 des Statistischen Jahrbuchs für Nordrhein-Westfalen den 50. Jahrgang und damit eine Jubiläumsausgabe herausgebracht.

25.11.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Information und Technik Nordrhein-Westfalen

Der erste Jahrgang des "Buch des Wissens" wurde vom Statistischen Landesamt im April 1950 veröffentlicht. Die Jubiläumsausgabe des informativen Nachschlagewerks bietet mit seiner Themenvielfalt auf über 800 Seiten wieder einen tiefen Einblick in die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in NRW. Die dem Buch beigepackte CD bietet darüber hinaus die Möglichkeit, alle Inhalte auf dem PC weiterzuverarbeiten. Bestellen kann man das Statistische Jahrbuch NRW 2008 am einfachsten über den Publikationsservice des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik (www.lds.nrw.de/shop), der Preis beträgt 39 Euro.

Die ältesten Ergebnisse in der Erstausgabe des Statistischen Jahrbuchs sind auf das Jahr 1819 datiert - seinerzeit hatte z. B. die Stadt Köln 56 420 Einwohner (heute sind es etwa eine Million). Seit der Erstveröffentlichung haben sich die Verhältnisse im Land in vielen Bereichen verändert; nachfolgendhaben die Statistiker einige Beispiele heraus gesucht:

  • 1949 gab es in Nordrhein-Westfalen mit 2 394 sechs mal so viele Gemeinden wie heute; seit 1975 gibt es an Rhein und Ruhr nur noch 396 Städte und Gemeinden.

  • Die Zahl der Geburten pro Jahr stieg seit Ende der 1940er Jahre von etwa 200 000 bis zum Rekordjahr 1964 auf über 300 000 an; seither verringerte sich die Geburtenzahl: 2007 wurden in NRW mit 151 168 nur noch gut halb so viele Babys wie vor dem sog. "Pillenknick" geboren.

  • 1952 wurde im Statistischen Jahrbuch das Bruttoinlandsprodukt für NRW mit einem Wert von 23,3 Milliarden Euro ausgewiesen - 2007 war die Wirtschaftsleistung mit 529,4 Milliarden Euro 23 mal so hoch wie vor 55 Jahren.

  • Der Bruttostundenverdienst vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in der NRW-Industrie lag im Jahr 2007 bei 19,83 Euro (Arbeitnehmerinnen: 15,99 Euro); 1946 mussten sich Arbeiter mit 0,49 Euro bzw. Arbeiterinnen mit 0,29 Euro pro Stunde begnügen.

  • 67 000 Pkws waren 1948 an Rhein und Ruhr zugelassen - Anfang 2008 waren es 132 mal so viele (8,8 Millionen). Besaß damals noch jeder 190. Einwohner des Landes einen Pkw, so besitzt heute jeder zweite ein Auto.

  • Ende der 1940er Jahre waren mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe tätig; heute liegt ihr Anteil bei unter einem Viertel. Etwa ein Drittel arbeitete damals im Dienstleistungsbereich - heute sind es nahezu drei Viertel.

  • 1949 gab es in NRW mit 272 000 noch fünfmal so viele land- und forstwirtschaftliche Betriebe wie 2007; damals beackerte etwa jeder neunte Bauer eine Fläche von mehr als 20 Hektar - heute bewirtschaftet fast jeder zweite Betrieb mehr als 20 Hektar.

  • Im Bergbau arbeiteten 2007 noch knapp 36 000 Menschen an Rhein und Ruhr; im Jahr 1950 schafften mit nahezu 500 000 noch vierzehnmal so viele Bergleute ein.

  • Eine Schachtel Zigaretten mit 10 Stück oder 10 Flaschen Bier kosteten 1946 jeweils etwa 0,50 Euro - heute muss man dafür mindestens das Fünf- bzw. Zehnfache hinblättern. Dagegen waren 1952 z. B. Bohnenkaffee (500 g für 16,35 Euro) und deutsche Markenbutter (500 g für 3,20 Euro) teurer als heutzutage.

  • Das Autobahnnetz wurde in NRW von Mitte des vergangenen Jahrhunderts (damals 361 Kilometer) bis heute auf die sechsfache Länge (2 186 Kilometer) ausgebaut.

  • Ende September 1949 lebten in NRW 121 500 ausländische Mitmenschen (0,9 Prozent der Bevölkerung); den größten Anteil hatten die Niederländer mit 57 000. Ende 2007 hatten bereits 1 814 700 Personen (10,1 Prozent) einen ausländischen Pass; den höchsten Anteil stellten mit 583 900 Personen (32,2 Prozent) die türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.

  • Die Scheidungsrate (Geschiedene Ehen je 100 000 Einwohner) lag im Jahre 1949 bei 124,2. Im Jahr 2007 lag dieser Wert mit  239,3 fast doppelt so hoch.

  • Der Bestand an Schweinen in Nordrhein-Westfalen lag im Dezember 1950 bei 2,1 Millionen; im Mai 2007 zählten die  Statistiker mit 6,4 Millionen dreimal so viele Tiere. Die Zahl der Pferde verringerte sich dagegen von 292 100 (1950) auf  96 100 im vergangenen Jahr.

  • Die Arbeitslosenquote in Nordrhein-Westfalen lag im September 1949 bei 4,3 Prozent; im September 2008 lag sie -  nachdem sie sich jahrelang in zweistelliger Höhe bewegt hatte - bei 8,2 Prozent.

  • Anfang der 1950er Jahre waren in Nordrhein-Westfalen etwa 800 000 Menschen Mitglied in einem Sportverein; heute sind beim  Landessportbund NRW e.V. mit mehr als fünf Millionen sechsmal so viele Mitglieder registriert.

Auch die amtliche Statistik hat sich im Laufe der Zeit gewandelt: Die Statistiken über die "meldepflichtigen, übertragbaren Krankheiten", über Flüchtlinge oder industrielle Kleinbetriebe werden beispielsweise nicht mehr erhoben; dafür liefern heutige Erhebungen über Gewerbeanzeigen, Insolvenzen, den Dienstleistungs- und Umweltbereich zusätzlich häufig nachgefragte Daten. (LDS NRW)


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