Jugendliche sollen sich freiwillig in ganz Europa engagieren können
(redaktion/pm) Die Europäische Kommission hat heute eine Initiative vorgeschlagen, mit der verstärkt Gelegenheiten für den freiwilligen Einsatz junger Menschen in ganz Europa geschaffen werden sollen. Junge Menschen, die sich in einem anderen Mitgliedstaat freiwillig engagieren möchten, haben gegenwärtig nicht genug Möglichkeiten, dies zu tun. Mit dem Vorschlag zeigt die Kommission eine Lösung auf, die die europaweit vorherrschende Vielfalt an Freiwilligenstrukturen respektiert und eine bessere Interoperabilität und zunehmende Öffnung für Freiwillige aus anderen EU-Ländern ermöglicht.
03.07.2008 ArtikelJán Figel', EU-Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend, erklärte anlässlich der Annahme des Kommissionsvorschlags: "Dies ist die erste Empfehlung, die die Kommission jemals im Bereich der Jugendpolitik vorgelegt hat. Darin regt die Kommission die Mitgliedstaaten dazu an, die Rahmenbedingungen für die Freiwilligentätigkeit junger Menschen in Europa zu ändern, indem sie ihnen mehr Gelegenheiten für grenzüberschreitendes freiwilliges Engagement eröffnen."
Freiwilligeneinsatz junger Menschen
Die Initiative betrifft junge Menschen in der Europäischen Union, die unter 30 Jahre alt sind und in einem anderen Land als ihrem Herkunftsland einer Freiwilligentätigkeit nachgehen wollen. Solche Freiwilligenaktivitäten unterscheiden sich von einem formalen Beschäftigungsverhältnis, denn sie sind normalerweise unbezahlt (abgesehen von Taschengeld und der Erstattung gewisser Kosten) und erstrecken sich über einen begrenzten Zeitraum (üblicherweise mehrere Monate). Die Freiwilligen sind in vielerlei Bereichen tätig, wie z. B. Katastrophenschutz, Förderung der sozialen Eingliederung, Bewahrung des Kulturerbes und Umweltschutz.
Der grenzüberschreitende Freiwilligeneinsatz bietet jungen Menschen besondere Erfahrungen, die sich äußerst positiv auf ihre persönliche Entwicklung auswirken können. Diese Art der "nicht formalen Bildung" – d. h. Lernen außerhalb des Klassenzimmers – kann die Beschäftigungsfähigkeit und die Berufsaussichten der jungen Menschen verbessern und zugleich ihr Gefühl der Solidarität mit der Gesellschaft, in der sie leben, sowie ihren aktiven Bürgersinn stärken.
Derzeitige Situation
Die Rahmenbedingungen für Freiwilligentätigkeiten junger Menschen sind europaweit uneinheitlich, und es existieren zahlreiche Strukturen. Während in einem Land eher staatlich organisierte Freiwilligentätigkeiten vorherrschen, kann es sich in einem anderen Land um Aktivitäten nichtstaatlicher Organisationen handeln.
Auf europäischer Ebene wurde das Programm "Jugend in Aktion" aufgelegt, das Möglichkeiten für Freiwilligentätigkeiten bietet, darunter den Europäischen Freiwilligendienst (EFD). In diesem Rahmen können junge Menschen auf Vollzeitbasis bis zu einem Jahr in einem anderen Teilnehmerland des Programms Freiwilligendienst leisten. Dennoch übersteigt die Nachfrage der jungen Europäer nach grenzüberschreitenden Freiwilligentätigkeiten bei weitem die Kapazitäten des EFD.
Der Vorschlag
Die Kommission ermutigt die Mitgliedstaaten, die Interoperabilität der nationalen Freiwilligenstrukturen zu verbessern, damit interessierte junge Menschen eines Landes leichter an den in einem anderen Land angebotenen Aktivitäten teilnehmen können.
Den Mitgliedstaaten wird unter anderem Folgendes vorgeschlagen:
- Zusammentragen von Wissen über bestehende Strukturen innerhalb ihres Hoheitsgebiets;
- Verbreitung von Informationen über verfügbare Angebote;
- Ausweitung der Gelegenheiten für grenzüberschreitende Freiwilligeneinsätze im Rahmen verschiedener nationaler Strukturen;
- Bereitstellung einer angemessenen Qualitätssicherung für Freiwilligenaktivitäten;
- Gewährleistung einer gebührenden Anerkennung der im Rahmen der Freiwilligentätigkeit erreichten Lernergebnisse;
- gezielte Unterstützung sowohl für die in der Jugendarbeit tätigen sozialpädagogischen Betreuer (allgemein "Jugendarbeiter" genannt) als auch für benachteiligte junge Menschen.
Diese Bemühungen würden durch die Verwendung von Europass und Youthpass sowie die Förderung der transeuropäischen Freiwilligentätigkeit junger Menschen bei Arbeitgebern, Behörden und Institutionen unterstützt. Die Kommission will den Einsatz dieser Instrumente fördern und ein Europäisches Internetportal für junge Freiwillige im Rahmen des existierenden Jugendportals entwickeln.
Der Vorschlag zielt nicht darauf ab, einen radikalen Wandel herbeizuführen, sondern bezweckt vielmehr eine Weiterentwicklung existierender Mechanismen in den Mitgliedstaaten. Ausgehend von den bereits angenommenen Entschließungen über die Freiwilligentätigkeit junger Menschen und Empfehlungen über die Mobilität sollen praktische Anregungen im Hinblick auf eine verbesserte Mobilität junger Freiwilliger in Europa formuliert werden.
Der Vorschlag ist Bestandteil der erneuerten EU-Sozialagenda zum Thema "Chancen, Zugangsmöglichkeiten und Solidarität im Europa des 21. Jahrhunderts". Er trägt zu den Zielen der Agenda bei, indem neue Möglichkeiten für grenzüberschreitende Mobilität, nicht formale Bildung und Solidarität eröffnet werden.
Weiterführende Links
- European Commission – Youth – Volunteering
- European Youth Portal – Volunteering
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