Bildungswesen

KMK-Präsidentin Löhrmann: Länder machen Fortschritte auf dem Weg zu mehr Bildungsqualität

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Nordrhein-Westfalen Schulministerin Sylvia Löhrmann, sieht die Länder in der Schulpolitik auf dem richtigen Weg. "Gemeinsam und kontinuierlich haben die Länder in den vergangenen zwölf Monaten daran gearbeitet, Bildungsqualität und Bildungschancen weiter zu verbessern und dabei wichtige Fortschritte erzielt", erklärte die Präsidentin zum Ablauf ihrer Amtszeit und hob in diesem Zusammenhang die Themen Erinnerungskultur, Inklusion und Qualitätsentwicklung hervor.

22.12.2014 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

Die KMK-Präsidentin bezeichnete es als wichtiges Signal, dass die Kultusministerkonferenz (KMK) auf ihrer letzten Plenarsitzung in diesem Jahr am 11. Dezember in Berlin "Empfehlungen zur Erinnerungskultur als Gegenstand historisch-politischer Bildung in der Schule" beschlossen hat. "Wer die Zukunft gestalten will, muss die Vergangenheit verstehen", betonte Sylvia Löhrmann: "In der Schule werden die Grundlagen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der deutschen Geschichte gelegt. Dabei muss jede Schülergeneration ihre eigenen Fragen an die deutsche Geschichte richten und sich ihr eigenes Bild von der Vergangenheit machen." Die Präsidentin sieht die Erinnerungskultur vor neuen Herausforderungen. Das gelte vor allem für den Umgang mit den Themen Nationalsozialismus und Holocaust. Immer weniger Zeitzeugen könnten ihre persönlichen Erinnerungen weitergeben. Außerdem stelle sich die Frage, wie die deutsche Geschichte für die wachsende Zahl von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte zugänglich gemacht werden könne. "Mit den Empfehlungen zur Erinnerungskultur wollen wir die Schulen unterstützen, neue zeitgemäße Formen der Erinnerungskultur zu entwickeln und zu festigen."

Mit Blick auf das Thema Inklusion erklärte die scheidende KMK-Präsidentin, dass das Gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung in den Ländern Schritt für Schritt umgesetzt werde. "Uns ist bewusst: Inklusion ist kein Kinderspiel, es ist aber ein Kinderrecht", betonte Sylvia Löhrmann und verwies darauf, dass die Länder in 2014 wegweisende Beschlüsse zur weiteren Qualifizierung des pädagogischen Personals gefasst hätten. "In der Lehrerausbildung haben wir entscheidende Weichenstellungen vorgenommen, um zukünftig alle Lehrerinnen und Lehrer auf das inklusive Lernen und den Umgang mit Vielfalt vorzubereiten", machte die Präsidentin deutlich. Sie verwies darauf, dass die KMK in diesem Jahr die Standards für die Bildungswissenschaften sowie die Fachprofile für die Fächer Chemie, Geschichte, Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Evangelische Religionslehre und Katholische Religionslehre mit Blick auf die Erfordernisse der Inklusion aktualisiert hat. "Es ist ein wichtiger Schritt, dass alle zukünftigen Lehrkräfte verpflichtende Basisqualifikationen zur Inklusion erwerben werden", so die Präsidentin. Im kommenden Jahr 2015 sollen alle weiteren Fachstandards überarbeitet werden, sodass die Lehrerausbildung 2015 auf die Inklusion umgestellt sein wird.

Die KMK-Präsidentin bezeichnete die Herstellung von Chancengerechtigkeit nach wie vor als größte Herausforderung für die Zukunft. "Der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist immer noch zu groß", erklärte die Präsidentin. "Wir müssen weiter daran arbeiten, dass die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in der Breite und in der Spitze besser zu werden." Deutschland habe in den vergangenen Jahren bei internationalen Schulleistungsstudien zwar insgesamt bessere Ergebnisse erzielt. Löhrmann: "Es gibt aber keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Unser Ziel ist, zur internationalen Spitzengruppe aufzuschließen. Dafür brauchen wir eine gezielte Ursachenforschung und darauf aufbauend wirksame Maßnahmen."

Die KMK hat im Jahr 2014 einen intensiven fachlichen Diskurs über die Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring geführt. Insgesamt soll die Nutzbarkeit von Studien für gezielte Verbesserungen im Bildungssystem erhöht werden. Gleichzeitig soll die stetig wachsende Anzahl von Forschungsergebnissen systematisch gesichtet und aufbereitet werden. Einen besonderen Stellenwert nimmt darin der enge Austausch von Wissenschaft und Schulpraxis ein. "Das soll uns dabei unterstützen, die individuelle Förderung weiter zu verbessern und Schülerinnen und Schülern die bestmöglichen Abschlüsse zu ermöglichen", so die Präsidentin. Dieser Prozess wird im kommenden Jahr abgeschlossen.

Abschließend wünschte Sylvia Löhrmann ihrer Nachfolgerin Brunhild Kurth, sächsische Staatsministerin für Kultus, eine erfolgreiche Amtszeit und erklärte: "Die zahlreichen Begegnungen mit vielen verschiedenen Menschen in den unterschiedlichsten Arbeitszusammenhängen haben mir als KMK-Präsidentin immer viel Freude bereitet. Ich wünsche Frau Kurth, dass sie die Arbeit in der KMK ebenso wie ich als große Bereicherung erlebt." Sylvia Löhrmann hat als KMK-Präsidentin im Jahr 2014 über einhundert Termine wahrgenommen.


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