Kultus-Staatssekretär Brockmann eröffnet Frankfurter Bildungsforum/Frühe Berufsorientierung und Berufsvorbereitung Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg
Heinz-Wilhelm Brockmann, Staatssekretär im hessischen Kultusministerium, hat heute das "Frankfurter Bildungsforum" im Rahmen der "Frankfurt Global Business Week" eröffnet. Die Veranstaltungswoche bündelt rund 20 Fachveranstaltungen und vernetzt Wirtschaftssektoren, die für den Wettbewerb internationaler Metropolregionen maßgebend sind. Brockmann kam in Vertretung von Kultusministerin Dorothea Henzler, die selbst wichtige Termine im Plenum des Wiesbadener Landtags wahrnehmen musste. Brockmann übermittelte das Bedauern der Ministerin, nicht selbst an der Veranstaltung teilnehmen zu können, überbrachte ihre Grüße und wünschte der Veranstaltung in ihrem Namen viel Erfolg.
18.05.2011 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenIn seiner Ansprache machte der Staatssekretär deutlich, dass die positive Wirtschaftsentwicklung, die sich derzeit beobachten lasse, nicht zuletzt auf die Kompetenz der Beschäftigten zurückzuführen sei. Diese Kompetenz werde maßgeblich durch guten Unterricht, durch eine ganzheitliche schulische Bildung sowie durch kontinuierliche Aus- und Weiterbildung aufgebaut. "Dabei ist eines völlig klar: Wenn die ausbildende Wirtschaft innovativ ist, dann muss auch das Schulwesen diesen Weg mitgehen, um junge Menschen auf dem Weg in den Beruf erfolgreich zu begleiten. Das heißt für uns, dass wir über unsere Bildungssysteme zukünftige Arbeitskräfte noch besser ausbilden und sie zu selbstständigem Lernen, zu flexiblem und innovativem Denken befähigen müssen."
Die Einführung der Bildungsstandards, durch die der Unterricht in allen Jahrgangsstufen auf ein stärker kompetenzorientiertes und praxisbezogenes Lernen umgestellt werde, sei ein erster und wichtiger Schritt in diese Richtung, so Brockmann. Anstelle detaillierter Lehrpläne, die in der Regel nur wenige Freiräume ließen, ermöglichten Bildungsstandards eine freie und innovative Vermittlung von Wissen im Unterricht. Dieses selbst organisierte und an Kompetenzen orientierte Lernen müsse durch eine frühe und individuelle Berufsorientierung ergänzt werden. Schülerinnen und Schüler müssten möglichst schon in der Sekundarstufe I erfahren können: Welcher Beruf passt zu meinen Fähigkeiten, wie stelle ich mir meinen Wunschberuf vor, welche Kompetenzen und Anforderungen werden in diesen Berufen vorausgesetzt und kann ich diesen Anforderungen überhaupt entsprechen?
"Es reicht künftig nicht mehr aus, wenn sich die Schulen auf die ´reine´ Berufsorientierung konzentrieren. Berufsorientierung muss vielmehr eine Querschnittsaufgabe sein und dementsprechend alle Fächer und das gesamte Schulcurriculum umfassen", sagte Brockmann. Der Staatssekretär lobte, dass auch immer mehr Betriebe die frühe Berufsorientierung in den Schulen unterstützten. "Wir brauchen Unternehmen, die früh auf die Schulen zugehen, und die mit Schnuppertagen, Betriebsbesichtigungen und Praktika Schülerinnen und Schüler Orientierung geben."
Mit der neuen Mittelstufenschule mache zudem die Hessische Landesregierung das passende Angebot für eine frühe Berufsorientierung und Berufsvorbereitung von Jugendlichen. Die Mittelstufenschule fasse die Bildungsgänge Haupt- und Realschule unter einem Dach zusammen und vergebe nach dem Prinzip "Ein Eingang – zwei Ausgänge" auch weiterhin beide Abschlüsse. In beiden Bildungsgängen seien die Förderung der Ausbildungsreife und der Berufsorientierung zentrale Bestandteile des Unterrichts. Bisher, so Brockmann, hätten 15 Schulen die Umwandlung in eine Mittelstufenschule beim Kultusministerium beantragt.
Ähnlich erfolgreich verliefen nach den Worten des Staatssekretärs die Anmeldungen für das Kleine Budget und für den Transferprozess zur Selbstständigen Beruflichen Schule (SBS). Für das Kleine Budget, das es den Schulen ermöglicht, die bisher getrennt geführten Budgets für Lernmittel, für Vertretungsmittel im Rahmen des Programms "Verlässliche Schule", für IT-Vertretungsmittel sowie für Fortbildungen zusammenzuführen, hätten sich bereits jetzt mehr als die Hälfte aller hessischen Schulen angemeldet. Für den Transferprozess der beruflichen Schulen zur SBS hätten sich über die 17 Schulen des Modellversuchs "SV-Plus" hinaus weitere 15 berufliche Schulen entschieden. Damit befinde sich ein Drittel der beruflichen Schulen in Hessen auf dem Weg zur SBS, sagte Brockmann.
"Diese Zahlen sind ein deutlicher Beleg dafür, dass wir mit unserem Konzept der Selbstständigen Schule auf dem richtigen Weg sind. Denn die Selbstständige Schule ist auch eine Antwort auf die heutigen Anforderungen im Arbeits- und Ausbildungsmarkt."
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