"Ländlicher Raum eine Bildungslandschaft erster Güte"

Als "ideale Bildungslandschaft" bezeichnete Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider heute in Gunzenhausen bei einem Kongress den ländlichen Raum. Dort werde – von einer Gemeinschaft getragen – "echte, ganzheitliche Bildung" verwirklicht – und zwar in einem engmaschigen Netz von Kindergärten, Schulen aller Schularten und der Erwachsenenbildung. Gemeinsam mit einer Vielzahl von Vereinen und Gruppen bildeten sie ein Netzwerk von qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten für die Menschen vor Ort.

27.07.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Die Probleme vergangener Jahrzehnte seien erfolgreich überwunden worden. Damals mussten junge Menschen häufig in die benachbarte Stadt in ein Internat ziehen, um eine Realschule oder ein Gymnasium zu besuchen. 1900 der 2300 Grundschulen in Bayern liegen heute außerhalb der kreisfreien Städte, vertiefte der Minister seine Aussage an einem Beispiel.

Mit Hilfe moderner technischen Errungenschaften wie dem Internet und der hohen Mobilität biete Bayern ideale Voraussetzungen für vergleichbare Lebensqualität auf dem Land und in der Stadt. Darüber hinaus weise das Leben auf dem Land unverkennbare Vorzüge aus. Häufig seien die Klassen auf dem Land klein, die Wege zur Schule kurz. Nachmittags unterbreiteten die Vereine und Gemeinschaften vor Ort, vom Musik- und Sportverein bis zu kirchlichen Jugendverbänden und den Landfrauen, den Kindern und Jugendlichen attraktive Bildungsangebote. "Der ländliche Raum bietet beste Voraussetzungen für eine individuelle, ganzheitliche, umfassende Bildung der jungen Menschen in einer solidarischen Gemeinschaft", sprach der Minister einen unübersehbaren Standortvorteil des ländlichen Raums an. Die Bildungsprogramme der Erwachsenenbildung orientieren sich "unmittelbar an den Bedürfnissen und Interessen der Menschen vor Ort", verwies der Minister auf die gelungene Zielgruppenarbeit der Erwachsenenbildungseinrichtungen. Alles in allem ergeben sich für den Minister "sehr gute Voraussetzungen für ein lebenslanges Lernen", das anno 2007 unverzichtbar sei.

Eine besondere Chance für eine ganzheitliche Bildung im ländlichen Raum machte Minister Schneider in einem "häufig noch stabilen und förderlichen Umfeld für Kinder und Jugendliche" aus, in dem Nachbarschaftshilfe noch selbstverständlich sei.

Minister Schneider klammerte ein zentrales Problem im ländlichen Raum nicht aus: die erwartete Abnahme der Bevölkerung. Die damit einhergehende rückläufige Schülerzahl verlange nach einvernehmlichen regionalen Lösungen. Minister Schneider unterstrich: "Ich will die wohnortnahe Grundschule erhalten." Sie sichere einen guten Übergang vom Kindergarten in die Grundschule und fördere die Integration der Kinder in die örtliche Gemeinschaft. Insgesamt werde auf dem Land ein qualitativ hochwertiges Schulangebot erhalten bleiben, um die Kinder und Jugendlichen sehr gut individuell zu fördern.

Die Hauptschule werde derzeit in Bayern zu einer berufsvorbereitenden Schule mit drei Profilbereichen und mit Modulen in den einzelnen Fächern weiter entwickelt und auch auf dem Land verwirklicht. Realschulen und Gymnasien sind weiterhin in erreichbarer Nähe.


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