Landespreis für Heimatforschung 2006 geht an Dr. Jürg Arnold
Dr. Jürg Arnold aus Ostfildern ist mit dem zum 25. Mal vergebenen Landespreis für Heimatforschung im Kloster Bronnbach nahe Wertheim ausgezeichnet worden. Der pensionierte Verwaltungsjurist und ehemalige Präsident des Landesversorgungamtes erhielt am Freitag (24. November) den mit 5.000 Euro dotierten Preis für sein Buch "Im schönsten Wiesengrunde – Wilhelm Ganzhorn". Dr. Jürg Arnold, der Ur-Enkel des 1818 in Böblingen geborenen Juristen und Denkers Wilhelm Ganzhorn, hat in seinem Buch Ganzhorns bekanntestes Lied "Im schönsten Wiesengrunde" von der Entstehungsgeschichte über die Verbreitung und Übersetzung bis hin zur Melodiegebung beschrieben.
24.11.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergKultusminister Helmut Rau MdL sagte in seiner Würdigung, dass das Werk Arnolds „den höchsten Erwartungen an Forschung, deren Auswertung und sprachlicher Gestaltung entspricht. Es ist das Ergebnis langjähriger und akribischer Recherche in Archiven sowie einer weit angelegten Ahnenforschung.“ Der Minister bezeichnete Wilhelm Ganzhorn als politisch denkenden und handelnden Menschen, der außerdem Altertumsforscher, Weinfreund und Weinerzeuger gewesen sei. Zu seinen Freunden zählten bekannte Dichterkollegen wie Ferdinand Freiligrath, Ludwig Auerbach, Joseph Victor von Scheffel, Ludwig Uhland und Hermann Kurz.
Den Landespreis für Heimatforschung charakterisierte Rau als Würdigung für die vielen Menschen im Land, die sich in ihrer Freizeit oft jahrelang mit der Erforschung von Familien-, Orts- oder Wirtschaftsgeschichte beschäftigten. Der Minister hob hervor, dass es seit wenigen Jahren den Jugendförderpreis und den Schülerpreis gibt, mit dem junge Menschen für ihr Engagement in der Heimatforschung ausgezeichnet werden können. 46 der 215 Einsendungen sind für den Jugendförderpreis und den Schülerpreis eingereicht worden. Nach den Worten Raus hat sich durch die Einführung der Nachwuchspreise die Alterstruktur der Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutlich verjüngt. Dies zeige sich auch darin, dass neben den schriftstellerischen Werken viele multimediale Arbeiten wie Filme auf VHS, DVD oder CD eingereicht würden.
Neben dem Hauptpreis, dem Jugendförderpreis und dem Schülerpreis, wurden auch zwei zweite Preise verliehen, die jeweils eine Urkunde und einen Gutschein über 1.300 Euro beinhalten. Frank Schrader bekam den zweiten Preis für seinen Beitrag "Die Wolfacher Fasnet und ihre Gestalten", ebenso wie Heinz Tuffentsammer für "Mühlen im Stadt- und Landkreis Heilbronn". Den Jugendförderpreis 2006 erhielt das Bismarck-Gymnasium in Karlsruhe für das Geschichtsprojekt "Arbeit und Arbeiterexistenz im Wandel. Beobachtungen zur Arbeiterlage in Karlsruhe zur Zeit der Weimarer Republik (1924-1932)". Der diesjährige Schülerpreis wurde an die Landeskunde-AG des Hartmanni-Gymnasiums in Eppingen für ihre umfangreiche Arbeit mit dem Titel "Jüdisches Leben im Kraichgau. Zur Geschichte der Eppinger Juden und ihrer Familien" vergeben. Sowohl der Jugendförderpreis als auch der Schülerpreis sind mit jeweils 1.300 Euro dotiert. Sieben weitere Beiträge wurden mit einer Anerkennungsurkunde belohnt. Die ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten werden dem "Haus der Geschichte" in Stuttgart übergeben und dort archiviert.
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