Gleichstellung

MINT-Berufe nach wie vor klassische Männer-Domäne

Obwohl mittlerweile alle Berufe und Ausbildungen Männern und Frauen gleichermaßen offen stehen, gibt es bei der Berufsausübung nach Feststellung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg noch immer unterschiedliche Schwerpunkte. Bei Frauen zeigt sich nach wie vor eine Konzentration auf einige wenige Berufsgruppen: So arbeiten rund 44 Prozent der berufstätigen Baden-Württembergerinnen in nur vier Berufsgruppen, nämlich in den Büroberufen, den Gesundheitsberufen, den Berufen im Verkauf und in den sozialen Berufen. Bei den männlichen Erwerbstätigen zeigt sich hingegen eine viel stärkere Verteilung auf die unterschiedlichen Berufsgruppen und es rangieren andere Berufe auf den vorderen Plätzen, u.a. Berufe in der Unternehmensleitung- und Beratung sowie technische Berufe wie Ingenieure, Architekten und Techniker.

18.08.2011 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Zu den Berufen, für die heute gute Arbeitsmarktchancen bestehen und für die die Wirtschafts- und Arbeitsmarktforschung auch für die Zukunft einen hohen Bedarf an Fachkräften prognostiziert, gehören die sogenannten MINT-Berufe. Als MINT-Berufe werden Berufsfelder bezeichnet, deren Tätigkeits- und Qualifikationsprofil naturwissenschaftlich-technisch geprägt ist. Zu den MINT-Berufen gehören der gesamte Bereich der technischen Berufe, also u.a. Ingenieure, Chemiker, Physiker, Mathematiker, Techniker und Technische Sonderfachkräfte, aber auch IT-Berufe und Naturwissenschaftler.

Im Jahr 2010 arbeiteten in Baden-Württemberg insgesamt rund 547 000 Erwerbstätige in MINT-Berufen, die große Mehrheit (knapp 85 Prozent) waren Männer, nur gut 15 Prozent waren Frauen. Die Zahl der Erwerbstätigen in MINT-Berufen hat in den letzten Jahren überproportional zugenommen. Gegenüber dem Jahr 2000 ist die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt um rund 9 Prozent angestiegen, die der Erwerbstätigen in MINT-Berufen um 20 Prozent. Von den Arbeitsmarktchancen im MINT-Bereich haben jedoch vor allem Männer profitiert, deren Zahl gegenüber 2000 um rund 81 000 (+21 Prozent) gewachsen ist. Die der Frauen hat lediglich um gut 10 000 (+14 Prozent) zugenommen (Schaubild). Somit hat sich der Anteil der Frauen, die in MINT-Berufen arbeiten gegenüber 2000 auch nicht erhöht. Sowohl im Jahr 2000 als auch im Jahr 2010 arbeiteten nur gut 3 Prozent der berufstätigen Frauen in einem MINT-Beruf.

Tabellen und Schaubilder zur Meldung


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