Baden-Württemberg

Neuer Report "Lebenssituation von Kindern mit Behinderungen"

Die FamilienForschung Baden-Württemberg hat eine neue Online-Ausgabe des Reports Familien in Baden-Württemberg zur "Lebenssituation von Kindern mit Behinderungen veröffentlicht. Der Report wird im Rahmen der Familienberichterstattung des Landes im Auftrag des Sozialministeriums erstellt und erscheint quartalsweise mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten.

16.07.2014 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg lebten 2011 rund 22 600 Kinder und Jugendliche mit amtlich anerkannter Schwerbehinderung. Darunter sind mit 57 Prozent mehr Jungen als Mädchen. 2001 lag die Zahl mit 19 400 um 3 200 Kinder und Jugendliche niedriger und ist seitdem um über 16 % angestiegen. Zum Vergleich: Die Gesamtzahl der Menschen mit amtlich festgestellter Schwerbehinderung ist in diesem Zeitraum in Baden Württemberg von rund 680 000 Menschen auf 907 000 Menschen oder um 33 Prozent angestiegen.

Ein Schwerpunkt der Inklusion von Menschen mit Behinderungen liegt im Bildungsbereich. Wenn im Einzelfall ein Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot festgestellt wurde, sollten die Eltern entscheiden, ob ihr Kind an einer allgemeinen Schule oder an einer Sonderschule unterrichtet werden soll.

Im vorschulischen Bereich besuchten 2012/13 rund 4 500 Kinder mit Behinderungen Schulkindergärten mit spezieller Förderung. Von den sonstigen Kindertageseinrichtungen waren 2011 rund ein Drittel der 8250 Einrichtungen in Baden-Württemberg integrativ ausgerichtet.

Bei rund 6 % oder rund 75 000 Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg wurde im Schuljahr 2021/13 sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt. 52 475 Schülerinnen und Schüler besuchten im Schuljahr 2012/13 eine der 426 öffentlichen und 156 privaten Sonderschulen, das sind etwa 70 % derjenigen, bei denen sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde. Die Klassengrößen der öffentlichen Sonderschulen lagen dabei im Durchschnitt bei 8,4 Kindern, in den privaten Sonderschulen bei 6,9 Kindern. Rund 30 % der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder rund 22 000 besuchten eine Regelschule. Der Anteil inklusiven Schulunterrichts ist im Primarbereich am höchsten und nimmt in Sekundarstufe I und II stark ab.

Was heißt Inklusion? Die 2009 von Deutschland ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention schreibt als Ziel fest, Menschen mit Behinderungen gleichberechtigte Teilhabe und einen selbstbestimmten Platz in der Gesellschaft zu ermöglichen. Baden-Württemberg hat eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Umsetzung von mehr Inklusion zu befördern. Hier sind zum Beispiel das Förderprogramm Inklusion oder der Landesinklusionspreis zu nennen. Unter breiter Beteiligung der Betroffenen wird zurzeit ein Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention erstellt. Inklusion ist aber nicht alleinig Aufgabe der Politik sondern aller gesellschaftlichen Ebenen.

Informationen zum Report Familien in Baden-Württemberg

Der Report Familien in Baden-Württemberg wird im Rahmen der Familienberichterstattung des Landes quartalsweise im Auftrag des Ministeriums Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg von der FamilienForschung Baden-Württemberg erstellt und erscheint ausschließlich in elektronischer Form. Er steht ab sofort auf den Websites des Ministeriums Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg und der FamilienForschung Baden-Württemberg zum Download zur Verfügung und kann über die Homepage der FamilienForschung kostenlos abonniert werden.

Vorschau

Die nächste Ausgabe befasst sich mit dem Thema "Kinderschutz und Frühe Hilfen".

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