Noël- und Jacqueline-Martin-Stiftung gegründet

Im Beisein des brandenburgischen Ministers für Bildung, Jugend und Sport, Holger Rupprecht, haben der Stifter Noël Martin und die stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam", Gesine Hanebuth-Schubert, heute im britischen Birmingham die Urkunde zur Gründung der Noël- und Jacqueline-Martin-Stiftung unterzeichnet. Die Stiftung wird als unselbstständige Stiftung mit Sitz in Potsdam von der Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" betreut. Zweck der Stiftung ist die Förderung der internationalen, interkulturellen und antirassistischen Arbeit mit jungen Menschen aus dem Land Brandenburg und aus der Region Birmingham.

14.07.2008 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Der Brite jamaikanischer Herkunft, Noël Martin, wurde 1996 im brandenburgischen Mahlow (Landkreis Teltow-Fläming) Opfer eines rassistisch motivierten Anschlags, in dessen Folge er einen schweren Autounfall hatte. Noël Martin ist seitdem hochgradig querschnittsgelähmt und zu 100 Prozent auf fremde Hilfe angewiesen. Mit Entschädigungsmitteln der brandenburgischen Landesregierung und auf Noël Martins Initiative hin wurde im Jahr 2003 der Noël-und-Jacqueline-Martin-Fonds gegründet.

Die Mittel des seit 2003 von der Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" betreuten Noël- und Jacqueline-Martin-Fonds bilden das Stiftungskapital in Höhe von derzeit rund 45.000 Euro. Rund 25.000 Euro dieser Summe stammen aus dem brandenburgischen Landeshaushalt, bei den restlichen Mitteln in Höhe von knapp 20.000 Euro handelt es sich um Spenden sowie um Erlöse aus dem Verkauf der Autobiografie Noël Martins "Nenn es: mein Leben" (2007, von Loeper-Literaturverlag). Als Verwalterin der Stiftung ist die Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" ausschließlich fördernd tätig. Die inhaltliche Ausgestaltung der internationalen Jugendbegegnungen liegt in der Verantwortung von Projektträgern, die hierfür Mittel bei der Stiftung beantragen können. Insgesamt vier Begegnungen zwischen jungen Menschen aus Brandenburg und Birmingham trugen seit 2004 erfolgreich dazu bei, die jeweils andere Kultur kennenzulernen und sich mit ihr auseinanderzusetzen.

Minister Rupprecht betonte anlässlich der heutigen Stiftungsgründung: "Ich freue mich, dass wir mit der Errichtung der Noël- und Jacqueline-Martin-Stiftung dem Stifter auch auf diese Weise unseren Respekt und nicht zuletzt unseren Dank für seinen unermüdlichen Einsatz für mehr Toleranz und für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen zollen können."

Noël Martin begrüßte die Stiftungsgründung als "Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass wir die Arbeit jetzt weiter voranbringen und unsere Ziele besser erreichen können. Ich freue mich über die Unterstützung des Ministeriums und der Stiftung Großes Waisenhaus und hoffe, dass wir auch von den Medien sowie von Unternehmen Unterstützung erfahren werden."

Das Spendenkonto der Noël- und Jacqueline-Martin-Stiftung ist bei der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (Kontonummer: 3530; BLZ 160 500 00).

Fotos der Stiftungsgründung gibt es auf Nachfrage am Montagabend oder Dienstagfrüh bei der Pressestelle des Bildungsministeriums. Weitere Informationen gibt es bei Gesine Hanebuth-Schubert von der Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" unter der Telefonnummer 0331 – 281 46 73 oder im Internet unter:
www.stiftungwaisenhaus.de oder unter
www.noel-martin.de

Chronologie zum "Noël- und Jacqueline-Martin-Fonds":

Im April 2002 und im Oktober 2003 finden die ersten beiden deutsch-englischen Jugendbegegnungen in Birmingham statt. Die jugendlichen Teilnehmer im Alter von 14 bis 16 Jahren treffen sich mit Noël Martin und diskutieren mit ihm über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie lernen Jugendliche aus Birmingham kennen und erleben, wie Menschen verschiedener Herkunft miteinander leben und arbeiten.

08.12.2003:
Der Noël- und Jacqueline-Martin-Fonds wird vom Bildungsministerium auf die Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" übertragen. Der Betrag in Höhe von 25.564,60 Euro geht auf ein Sonderkonto der Stiftung. Die Vereinbarung wird für die Dauer von fünf Jahren geschlossen und endet am 31.08.2008.

31.01.2004:
Noël Martin autorisiert Robin Herrnfeld, für ihn in Angelegenheiten des Fonds zu sprechen und zu handeln.

09.03.2004:
Die Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" präsentiert sich erstmals als Fondsverwalterin in Mahlow (Landkreis Teltow-Fläming).

17.05.2004:
Der Verein "Aktion Cura – Hilfe für Opfer von Ausländer¬feindlichkeit e. V." wird aufgelöst und überlässt dem Noël-und-Jacqueline-Martin-Fonds 9.000 Euro.

26.05.2004:
Die Vertreterin der Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" besucht Noël Martin in Birmingham anlässlich der Fondsübernahme durch die Stiftung. Zudem gibt es die erste Kontaktaufnahme mit dem Jugendamt in Birmingham hinsichtlich einer möglichen Kooperation bei deutsch-englischen Jugendbegegnungen.

04. bis 06.06.2004:
Drei Vertraute Noël Martins aus Birmingham besuchen Mahlow zur Vorbereitung der Jugendbegegnung im Herbst 2004. Die Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" finanziert die Reise.

21. bis 29.09.2004:
Zehn Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren sowie zwei Betreuer reisen anlässlich der dritten internationalen Jugendbegegnung, veranstaltet vom Förderverein "Freunde der Herbert Tschäpe Schulen", nach Birmingham, wo sie u. a. zu Gast bei Noël Martin sowie in Birminghamer Familien sind. Die Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" fördert die Begegnung aus Stiftungsmitteln.

05.04. bis 07.04.2006:
Anlässlich der Schul- und Freizeit-Fußballweltmeisterschaft in Mahlow reisen sieben Birminghamer Jugendliche und zwei Begleiter nach Mahlow, um am Turnier teilzunehmen und Kontakt zu Mahlower Jugendlichen aufzubauen. Die Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" unterstützt den Besuch durch die Übernahme der Reise- und Versicherungskosten aus dem Noël-und-Jacqueline-Martin-Fonds.

30.09. bis 08.10.2006:
Im Rahmen der "Brandenburg-Tage in London" zum Tag der Deutschen Einheit veranstaltet die Brandenburgische Sportjugend ein internationales "Straßenfußballturnier für Toleranz". Der Fußballwettstreit ist der Höhepunkt des von der Sportjugend organisierten einwöchigen Aufenthalts von 20 brandenburgischen Jugendlichen in Birmingham. Im Rahmen dieser Jugendbegegnung besuchen die Jugendlichen Noël Martin. Finanziert wird die Reise nach Birmingham und London unter anderem aus Mitteln der Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" und des Noël- und Jacqueline-Martin-Fonds.

19.04. bis 24.04.2007:
Jeweils 15 Jugendliche aus Birmingham und aus dem Land Brandenburg nehmen aus Anlass der Präsentation von Noël Martins Autobiografie "Nenn es: mein Leben" an der bilateralen Jugendbegegnung in Brandenburg a. d. Havel teil. Die Brandenburgische Sportjugend als Organisator verbindet die Begegnung mit einem Straßenfußballturnier.

23.04.2007:
Die deutsche Übersetzung des im von Loeper-Literaturverlag erschienenen Buches "Nenn es: mein Leben" von Noël Martin wird öffentlich präsentiert. Die Buchvorstellung erfolgt in Anwesenheit von Noël Martins Sohn Negus und des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, in Potsdam.


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