Runder Tisch gegen Kindesmissbrauch

Der Runde Tisch gegen Kindesmissbrauch tagt erstmals am 23. April. Das Bundeskabinett setzte die frühere Familienministerin Christine Bergmann als unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung der Problematik des sexuellen Missbrauchs ein.

25.03.2010 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Den Vorsitz des Runden Tisches teilen sich Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, Bundesbildungsministerin Annette Schavan und Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Nach der konstituierenden Sitzung soll die Arbeit in zwei Unterarbeitsgruppen weitergehen.

Mit dem Thema "Prävention, Intervention und Information" beschäftigt sich eine Gruppe unter dem Vorsitz des Bundesfamilienministeriums.

Im Fokus der zweiten Unterarbeitsgruppe steht das Thema der "Durchsetzung des staatlichen Strafanspruches, rechtspolitische Folgerungen sowie die Anerkennung des Leidens der Opfer sexuellen Missbrauchs in jeglicher Hinsicht." Den Vorsitz führt dabei das Bundesjustizministerium.

Der Runde Tisch soll noch in diesem Jahr Ergebnisse erarbeiten, mindestens in Form eines Zwischenberichts. Dazu finden im laufenden Jahr wenigstens zwei Treffen auf höchster Ebene statt.

Leid der Opfer anerkennen

Ziel sind klare Verhaltensregeln im Umgang mit Kindesmissbrauch. Diese Regeln sollen an verbindliche Selbstverpflichtungserklärungen geknüpft sein. Der Tisch berät, wie Mädchen und Jungen in die Lage versetzt werden können, Missbrauch zu erkennen und klar zu benennen. Auch Fachkräfte, Eltern und Erziehungsberechtigte gilt es zu sensibilisieren, zum Beispiel mittels Weiterbildung und Einbindung geeigneter Organisationen. Aus- und Fortbildung spielen dabei eine wichtige Rolle.

Außerdem soll der Runde Tisch dazu beitragen, einschlägige Forschung und Evaluationen zum Thema Missbrauch sowie daraus resultierende Angebote weiterzuentwickeln. Dies schließt die therapeutische Unterstützung pädophil veranlagter Menschen ein.

Der Runde Tisch setzt sich zudem für eine gesicherte Durchsetzung des staatlichen Strafanspruchs ein. Das Leid der Opfer sexueller Übergriffe soll Anerkennung finden - oftmals tragen sie diese Last ihr ganzes Leben mit sich.

Als unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung der Problematik des sexuellen Kindesmissbrauchs hat die Bundesregierung die frühere Bundesfamilienministerin Christine Bergmann eingesetzt. Die Arbeit der Beauftragten schließt auch Regeln für mögliche Hilfen für die Opfer ein - materieller oder immaterieller Natur.

Die Beauftragte soll mit ihrer Geschäftsstelle eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene sein. Sie berät die Bundesregierung und soll konstruktive Vorschläge machen zum Umgang mit dem Versagen der Träger und Leitungen privater und öffentlicher Einrichtungen. Weiterhin kann sie gegenüber dem Runden Tisch Empfehlungen aussprechen, wenn es um Hilfen für die Opfer geht.


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