Staatsministerin Böhmer: "Integration ist endlich politische Schlüsselaufgabe"
Zum 30-jährigen Jubiläum des Amtes der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat Staatsministerin Maria Böhmer auf den neuen Stellenwert der Integrationspolitik in Deutschland hingewiesen.
17.12.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung"Integration ist endlich politische Schlüsselaufgabe. Damit öffnen sich auch für das Amt der Beauftragten völlig neue Gestaltungsspielräume", betonte Böhmer bei einem Empfang im Bundeskanzleramt.
In ihrer Rede vor etwa 180 Gästen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, erklärte die Staatsministerin: "Aus dem Dialog der Beauftragten mit den Migranten und ihren Verbänden ist ein ständiger Dialog der Bundesregierung geworden: Mit den Migranten, den Verbänden, den Stiftungen, den Medien, den Kirchen, den Religionsgemeinschaften, der Wirtschaft, dem Sport und vielen anderen. Die Integrationsgipfel waren nur die Höhepunkte des Dialogs. Wir reden nicht mehr übereinander, sondern miteinander."
Zugleich würdigte Böhmer die Arbeit ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger: Heinz Kühn, Liselotte Funcke, Cornelia Schmalz-Jacobsen und Marieluise Beck. "Alle Beauftragten haben stets betont, dass es bei der Integration der Zuwanderer um den einzelnen Menschen und seine Chancen ebenso wie um den sozialen Frieden und die Leistungsfähigkeit unseres Landes geht. Alle Beauftragten haben sich einzelner Schicksale angenommen. Und alle Beauftragten haben betont, wie wichtig Bildung und Förderung gerade der Kinder und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien sind."
Staatsministerin Böhmer erklärte, dass die Integrationspolitik nicht nur die Probleme in den Blick nehmen dürfe. "Wir müssen die Potenziale der Integration erkennen und nutzen. Wir müssen Vielfalt als Chance begreifen." In diesem Zusammenhang verwies Böhmer auf ihre Kampagne "Vielfalt als Chance". Bundesweit haben mittlerweile mehr als 500 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit insgesamt 4 Millionen Beschäftigten die Charta der Vielfalt unterschrieben. In ihrer Rede ging Staatsministerin Böhmer auch auf künftige Ziele der Integrationspolitik ein: "Deutschland ist das Land der Projekte. Wir müssen aus der Projektförderung in die Regelförderung kommen. Um zu wissen, was wirklich erfolgreich ist, machen wir Integration mit Hilfe von Indikatoren messbar. Damit treten wir in eine neue Phase der Integrationspolitik ein. Wir werden Integration wirkungsvoller und zielgenauer gestalten können." Böhmer weiter: " Das Ideal wäre, dass das Amt in 20 Jahren, an seinem 50. Geburtstag, überflüssig ist, weil die Aufgabe Integration erfüllt ist.
Die Erfahrung der letzten 30 Jahre lehrt, dass das nicht sehr wahrscheinlich ist. Aber die Chancen, die Integration in Deutschland voranzubringen, stehen besser denn je."
Anlagen zum Download:
- Ein Amt im Wandel - 30 Jahre Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
- Rede von Gualtiero Zambonini - Beauftragter des WDR für Integration und kulturelle Vielfalt
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