Staatssekretär Bernd Sibler zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus: "Null Toleranz für antidemokratische Ideen"

"Für antidemokratische Ideen gibt es an Schulen in Bayern null Toleranz", so Bayerns Kultusstaatssekretär Bernd Sibler anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am kommenden Sonntag.

24.01.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Auch in den Köpfen der sogenannten vierten Generation müssen die Schrecken des nationalsozialistischen Terror-Regimes verankert sein, um gegen den Radikalismus zu immunisieren und ein überzeugtes ,Nie wieder!' zu sichern" betonte Sibler.

Die Schulen in Bayern nützen den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus deshalb jedes Jahr für Projekttage, Schülerexkursionen, Lesungen und die Befragung von Zeitzeugen. Anregungen dafür holen sich die Lehrkräfte auch aus den Handreichungen, die das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung extra für diesen Gedenktag entwickelt hat.

Unterstützt werden die Schulen intensiv von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Unter der Regie von Staatssekretär Sibler stellt sie den Kontakt zu Zeitzeugen und Überlebenden des Holocaust her. Sie erarbeitet Konzepte und Unterrichtsmaterialien zu den Themen Nationalsozialismus und politischer Radikalismus und betreut die pädagogische Arbeit an den KZ-Gedenkstätten kontinuierlich während des gesamten Schuljahres.

Das Staatsministerium fördert die Schülerfahrten zu den Gedenkstätten zusätzlich finanziell und stellt für die pädagogische Betreuung der Schulklassen vor Ort Lehrkräfte vom Unterricht frei, denn: "Kein Schulbuch, kein Lehrervortrag bewegt in den Schülerinnen und Schülern emotional so viel wie der authentische Ort", so Staatssekretär Sibler. "Das können die rund 218.000 Schülerinnen und Schüler, die jedes Jahr nach Dachau und Flossenbürg kommen, bestätigen."

Das Interesse der Schüler an den Themen "Nationalsozialismus", "Holocaust" und "politischer Extremismus" ist nach wie groß. Vor allem Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund stellen für ihre Mitschüler oft einen wichtigen Gegenwartsbezug her, wenn sie von Erfahrungen ihrer eigenen Familien mit Flucht und Vertreibung, mit totalitären System und religiöser Intoleranz aus ihren Herkunftsländern erzählen. Dies zeigte erst kürzlich eine Studie, die von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit an Bayerischen Schulen durchgeführt worden ist. "Hier sehe ich zusätzlich zu unseren zahlreichen Projekten einen weiteren wichtigen Ansatz für eine schülerbezogene, intensive Präventionsarbeit", betont Sibler. "Sie soll nicht nur emotional berühren und rational überzeugen, sondern die Schülerinnen und Schüler vor allem zu einem entsprechenden wertorientierten Handeln in ihrem Alltag führen."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden