Umfrage

Uni Münster: Deutsche sind besonders intolerant gegenüber dem Islam

"Die Deutschen sind viel intoleranter gegenüber dem Islam und anderen nicht-christlichen Religionen als ihre westeuropäischen Nachbarn", das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zur religiösen Vielfalt in Europa.

02.12.2010 Pressemeldung Deutscher Kulturrat e.V.

Der Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Uni Münster führte diese Untersuchung kurz vor der Sarrazin-Debatte in fünf Ländern durch. Nach dieser Untersuchung sprechen sich die Deutschen deutlich öfter als Franzosen, Dänen, Niederländer oder Portugiesen gegen neue Moscheen und Minarette aus, wie der Leiter der Studie, der Religionssoziologe Prof. Dr. Detlef Pollack, am Donnerstag in Berlin mitteilte. Weiter sagte er: "Grund für die intolerantere Haltung gegenüber Muslimen sei neben dem Kontaktmangel, dass Deutschland noch keine ehrliche und intensive öffentliche Debatte über Islam und Integration geführt habe."

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, ist besorgt über die Ergebnisse dieser Untersuchung der Uni Münster. Um die Debatte zum Thema weiter zu versachlichen, wird der Deutsche Kulturrat Anfang Januar 2011 ein umfangreiches Dossier "Islam – Kultur – Politik" der Öffentlichkeit vorstellen.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Es muss uns alle besorgt machen, dass wir in Deutschland besonders intolerant dem Islam gegenüber eingestellt sind. Das Fremde macht immer Angst. Fremdes Aussehen, fremde Sprachen, fremde Rituale drängen viele in eine automatische Abwehrhaltung. Der beste Schutz gegen diese Angst ist Wissen über das Fremde in unserer Nähe. Offensichtlich ist in Deutschland dieses Wissen schwächer ausgeprägt als in manchem anderen europäischen Land. Alle sind dazu aufgerufen, diese Wissenslücke zu schließen."


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