VBE zum Weltlehrertag: "Schule kann gar nicht gut genug sein!"
"Lehrer werden gerne als wehleidige Jammerlappen gesehen, die trotz viel zu vieler Ferientage und eines gut honorierten Halbtagsjobs mit dem bisschen Unterrichten und Erziehen der im Prinzip bildungshungrigen Schüler heillos überfordert sind und völlig ausgebrannt schon in jungen Jahren ihre Frühpensionierung herbeisehnen." So fasst der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Rudolf Karg, zum Weltlehrertag am 5. Oktober "Volkes Meinung" über Lehrer ein wenig ironisch zusammen.
03.10.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergObwohl man der Schule möglichst alle Probleme der Gesellschaft zur Lösung aufhalsen möchte, traut man den Lehrern selber nicht allzu viel zu. Während Juristen, Ärzte und Ingenieure stolz auf ihre Profession sind, behält so mancher Pädagoge in lockerer Gesprächsrunde seinen ausgeübten Beruf lieber für sich.
Insbesondere Haupt- und Sonderschullehrern fehlt die gesellschaftliche Anerkennung, obwohl sie mit einer Eselsgeduld, der Ausdauer eines Marathonläufers und mit dem unerschütterlichen Zweckoptimismus eines Wunderheilers täglich Kärrnerarbeit verrichten. "Wenn selbst Finanzminister Willi Stächele (CDU) unlängst noch `Luft´ bei der Lehrerarbeitszeit gesehen hat, obwohl Pädagogen von der zeitlichen Beanspruchung eher über- als unterfordert sind, braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Berufswunsch `Lehrer´ bei Studienanfängern immer mehr an Attraktivität verliert", klagt VBE-Chef Karg.
In Spielfilmen und TV-Serien sind Lehrer entweder einfältige, bisweilen bösartige Zeitgenossen oder pädagogische Supermänner und Alleskönner. Der wirkliche Schulalltag sieht unspektakulär aus. Lehrer sind keine Entertainer und Animateure; sie versuchen jedoch, kompetente Lernbegleiter, verlässliche Erzieher und auch möglichst gute Vorbilder zu sein. Die meisten der rund 100.000 Lehrkräfte in Baden-Württemberg bemühen sich mit großem Einsatz und hohem Anspruch an sich selbst um eine erfolgreiche Bildung und Erziehung ihrer Schüler. Trotzdem muss auch die Lehrerbildung den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. "Eine Schulreform ohne eine grundlegende Reform der Lehreraus- und Fortbildung wirkt lediglich wie ein Strohfeuer. Hier gibt es noch einiges zu tun", kritisiert der VBE-Vorsitzende, denn "Schule kann gar nicht gut genug sein".
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