Von der Leyen: "Bund lässt Kommunen mit Herausforderungen des demografischen Wandels nicht allein."

Zahlreiche Städte und Landkreise wünschen sich Hilfe bei der Bewältigung der Herausforderungen, vor denen unsere älter werdende Gesellschaft steht. Das ergab eine Befragung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mit dem bundesweiten Modellprogramm "Neues Wohnen - Beratung und Kooperation für mehr Lebensqualität im Alter" bietet das Bundesfamilienministerium den Kommunen in der Praxis erprobte Wege an, wie sie den demografischen Wandel besser meistern können. Die Initiative richtet sich zum Beispiel an Stadt- und Sozialplaner, Altenhilfeträger sowie Nachbarschafts- und Selbsthilfeinitiativen.

16.02.2007 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

"Mit der Initiative lassen wir die Menschen in den Kommunen mit ihren Erwartungen nicht alleine", sagt Bundesministerin Ursula von der Leyen. "So erproben wir etwa Kooperationen zwischen Handwerk, Wohnungsunternehmen und Bausparkassen, um den Menschen ein Hin und Her durch mehrere Anlaufstellen zu ersparen. Mobile Beratungsteams für Kommunen und Wohninitiativen sowie exemplarische Modellquartiere in städtischer und ländlicher Lage zeigen, wie Menschen auch dann möglichst lange in der vertrauten Umgebung leben können, wenn sie hilfe- oder pflegebedürftig werden", so die Ministerin weiter. Damit sei das Modellprogramm eine wichtige Ergänzung zum Aktionsprogramm "Mehrgenerationenhäuser", mit dem bis zum Jahr 2010 in jeder Stadt und jedem Landkreis ein Mehrgenerationenhaus als Tagestreffpunkt für alle Generationen entstehen soll.

Dass großer Beratungsbedarf bei den Kommunen besteht, hat die Befragung ergeben, an der sich 249 Städte und Landkreise beteiligt haben. Sie repräsentieren rund 51 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, darunter mehr als zehn Millionen ältere Menschen. Die Befragung ergab, dass die Kommunen im Schnitt zwar eine gute Wohnversorgung gewährleisten können. Doch vor allem in ländlichen Regionen ist das Angebot nicht groß genug, um älteren Menschen auch im Fall von Pflegebedürftigkeit Wohnmöglichkeiten zu bieten, die Lebensqualität und Teilhabe ermöglichen. Weitere Ergebnisse der Befragung sind:

  • 83 Prozent der Städte und 57 Prozent der Landkreise wünschen sich Unterstützung bei der Schaffung von neuen Wohnkonzepten.
  • Rund 70 Prozent der Kommunen halten allgemeine Beratungsangebote zum Wohnen bereit. Spezielle Beratungsstellen, etwa mit dem Ziel des barrierefreien Umbaus der Wohnung für Pflegebedürftige, gibt es nur bei rund einem Drittel.
  • Mehr als 40 Prozent der Kommunen räumen Schwierigkeiten bei der Bereitstellung eines generationengerechten und barrierefreien Wohnumfeldes ein. Eine gute Versorgung für Menschen mit Pflegebedarf oder Demenzerkrankung stellt sogar 52 Prozent vor besondere Herausforderungen.

Links:

Ausgewählte Publikationen zum Thema

Wohnen im Alter - Ergebnisse einer bundesweiten Befragung der Landkreise und kreisfreien Städte


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