Gutachten

Zugang zur Bildung für alle – unabhängig vom Wohnort

Der von der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. initiierte Aktionsrat Bildung untersucht in seinem neuen Jahresgutachten die Zusammenhänge zwischen Wohnort und Bildung.

21.05.2019 Bundesweit, Bayern Pressemeldung ibw - Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft e.V.
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In diesem entkräftet er weitverbreitete Mythen zum Stadt-Land-Gegensatz, zum Beispiel, dass die Bevölkerung auf dem Land weniger bildungsaffin oder die Schule auf dem Land nicht am Puls der Zeit sei. In seinem Gutachten nennt der Aktionsrat Handlungsempfehlungen, um die Bildung in Deutschland und Bayern zu stärken. „Denn das jeweilige Bildungsangebot ist ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen und Fachkräfte“, betont vbw Präsident Wolfram Hatz. 

Prof. Dr. Dieter Lenzen, Vorsitzender des Aktionsrats Bildung: „Die Welt ist voller Mythen. Das ‚Bildungsgefälle‘ Stadt−Land ist einer davon.“ 

Hatz erklärt weiter: „Bildung muss für alle zugänglich sein, unabhängig von der sozialen Herkunft und vom Wohnort. Regionale Bildungsdifferenzen müssen flexibel vor Ort angegangen werden.“ So tritt die vbw zum Beispiel unter dem Motto „Kurze Beine, kurze Wege!“ dafür ein, alle Möglichkeiten für den Erhalt von Grundschulen im ländlichen Raum auszuschöpfen. Im städtischen Raum gibt es andere spezifische Problemstellungen, auf die das Bildungssystem eingehen muss. Dort stellt unter anderem der hohe Anteil an Kindern mit mangelnden Sprachkenntnissen eine Herausforderung dar. Ursache ist die hohe Quote an Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund in den Großstädten. „Die Förderangebote für diese Kinder müssen weiter ausgebaut werden. Außerdem brauchen wir differenzierte Angebote, die sich an den Bedürfnissen einzelner Stadtgebiete und Zielgruppen orientieren. Ein Lösungsansatz ist, den Schulen mehr Eigenverantwortung zu geben und Mittel bedarfs- und anforderungsgerecht zuzuweisen. Denn die Schulleiter vor Ort wissen am besten, wo der Schuh drückt und wie die Mittel am effektivsten eingesetzt werden können“, so Hatz. 

Einordnung der Lage in Bayern: 

Im Flächenland Bayern ist ein gutes Bildungsangebot im ländlichen Raum besonders wichtig und entgegen der verbreiteten Mythen in vielen Bereich sogar besser als in den Städten. Beispielsweise ist das Angebot an Betreuungsplätzen im Krippenbereich auf dem Land zumeist bedarfsgerecht. In vielen Städten ist hingegen der weitere, am tatsächlichen Bedarf orientierte Ausbau von Krippenplätzen und die Gewinnung und Qualifizierung zusätzlichen Personals notwendig. 

Nachdenklich stimmen die großen Unterschiede in den Übertrittsquoten zum Beispiel auf das Gymnasium: Diese schwanken innerhalb der 96 bayerischen Kreise zwischen 23 Prozent und 61 Prozent. Diese Zahlen machen deutlich, dass Eltern durch eine Ausweitung des Beratungsangebots gezielt dabei unterstützt werden müssen, den in Hinblick auf die weiterführenden Schulen individuell geeigneten Weg für ihr Kind auszuwählen. 

Präsident Hatz gratuliert Bayern zu der seit langem verfolgten Regionalisierungsstrategie der Hochschulen in der Fläche, die auch der Aktionsrat Bildung in seinem Gutachten als positiv bewertet. vbw Präsident Hatz: „Die Zahl der Außenstellen von Hochschulen hat in den letzten 25 Jahren stark zugenommen. Bei der Gründung von neuen Hochschulen ist darauf zu achten, dass Anschlussmöglichkeiten an die Wirtschaft in Form von Forschungskooperationen oder Beschäftigungsmöglichkeiten für Absolventen vorhanden sind und alle diesbezüglichen Entscheidungen immer wieder kritisch auf den Prüfstand zu stellen, ob Angebot und Nachfrage auch zusammenpassen.“ 

Hier ist das Gutachten abrufbar. 


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