247 Schulen beschäftigten sich in 759 Projekten und Veranstaltungen mit 60. Jahrestag des Kriegsendes

Die Auswertung einer Umfrage in den sechs staatlichen Schulämtern des Landes ergab, dass 247 brandenburgische Schulen in 759 Projekten und Veranstaltungen die 60. Wiederkehr des Kriegsendes Anfang Mai dazu nutzten, um sich in unterschiedlichsten Formen mit dem Kriegsende zu beschäftigen.

05.06.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Die schulischen Auseinandersetzungen mit dem Ende des II. Weltkrieges reichten von Gedenkstättenbesuchen über Filmbesuch- und Filmgespräche, Projekttage, Thematisierung in der Schülerzeitung, Begegnungsfahrten (u.a. nach Kiew), Gesprächen mit Zeitzeugen bis zur Erstellung einer eigenen Ausstellung.

Die Veranstaltungen und Projekte unterteilt nach staatlichen Schulämtern:

BRANDENBURG: 45 Schulen mit 85 Projekten
COTTBUS: 55 Schulen mit 175 Projekten
EBERSWALDE: 18 Schulen mit 49 Projekten
FRANKFURT: 43 Schulen mit 109 Projekten
PERLEBERG: 51 Schulen mit 240 Projekten
WÜNSDORF: 35 Schulen mit 101 Projekten.

"Die außerordentlich große Anzahl an gelungenen schulischen Auseinandersetzungen mit dem Kriegsende vor 60 Jahren zeigt, dass ein großes Interesse an der Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte besteht", sagt Bildungsminister Holger Rupprecht. "Um in der Demokratie stark zu sein, sie gestalten zu können und um Zivilcourage tatsächlich zu leben, müssen sich die Schülerinnen und Schüler mit deutscher Geschichte auseinander setzen und aus ihren Irrwegen lernen."

Ein neu erstelltes Arbeitsmaterial soll den Lehrkräften brandenburgischer Schulen für diese Aufgabe Wege einer breiteren und intensiveren Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus im Unterricht aufzeigen. Unter dem Titel "Nationalsozialismus - Beispiele curricularer Untersetzungen in Brandenburger Rahmenlehrplänen" hat das Landesinstitut für Schule und Medien Brandenburg (LISUM Bbg) zahlreiche Bezüge in den Rahmenlehrplänen für die Grundschule und Sekundarstufe I herausgearbeitet. In sehr anschaulicher Weise erhalten die Lehrkräfte Hinweise zu Themen in den einzelnen Rahmenlehrplänen, die sich dazu eignen, thematische Bezüge zur NS-Diktatur herzustellen.

Bildungsminister Holger Rupprecht: "Kinder an brandenburgischen Schulen sollen möglichst breit und in möglichst vielen Zusammenhängen über die NS-Schreckensherrschaft unterrichtet werden. Wir wollen sie stark machen gegen rechte Weltbilder. Sie müssen den rechten Verharmlosungsstrategien mit Wissen und Überzeugung entgegentreten können."

Dr. Jan Hofmann, Direktor des LISUM Bbg, betonte in seiner Rede auf der Fachtagung "Gegen das Vergessen", die kürzlich im LISUM Bbg aus Anlass des 60. Jahrestages des Kriegsendes stattfand, dass es "...bei der Behandlung des Nationalsozialismus im Unterricht für eine positive Identitätsfindung durch die Jugendlichen erforderlich ist, zwischen Schuld und Verantwortung zu unterscheiden. Die Nachgeborenen tragen keinerlei Schuld, wohl aber Verantwortung für den Umgang mit der deutschen Geschichte und damit für die Gestaltung der Zukunft."

Neben den klassischen Fächern wie Politische Bildung und Geschichte, die sich mit dem Thema "Nationalsozialismus" beschäftigen, zeigt das Arbeitsmaterial, dass sich auch Fächer wie Biologie (Fragen der Rassendiskriminierung) oder Chemie (Verantwortung von Wissenschaftlern für ihr Handeln) dazu eignen, neue Sichtweisen auf die verschiedenen Ebenen der NS-Gewaltherrschaft zu öffnen.


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