50 Jahre Schulpsychologie in Hessen: Festveranstaltung in Frankfurt
Kultusministerin Karin Wolff hat die hessischen Schulpsychologinnen und Schulpsychologen für ihre weit reichenden Unterstützungsleistungen in den Schulen gewürdigt. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Schulpsychologischen Dienstes in Hessen sagte sie heute in Frankfurt: "Die Schulpsychologie unterstützt mit hoher fachlicher Kompetenz die Schule in ihrem anspruchsvollen Auftrag, das kognitive, emotionale und soziale Lernen unserer Schülerinnen und Schüler bestmöglich anzuregen, zu gestalten und zu begleiten."
18.11.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenDie in den 15 Staatlichen Schulämtern tätigen 78 Schulpsychologen begingen das Jubiläum mit einer Fachtagung, bei der unter anderem der designierte Direktor des neuen "Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen" (IQB) an der Berliner Humboldt-Universtität, Prof. Dr. Olaf Köller (derzeit Universität Erlangen-Nürnberg) zum Thema "Schulentwicklung und Schulpsychologie" sprach.
"Die Leistungsbilanz der hessischen Schulpsychologie kann sich sehen lassen", sagte Wolff. Während viele Eltern und Lehrkräfte die Einzelfallberatung bei Schülern für das wesentliche Tätigkeitsfeld der Schulpsychologie hielten, gewinne die Beratung der Schule als System heute zunehmend an Bedeutung. Themen der Einzelfallberatung sind unter anderem Lern- und Verhaltensschwierigkeiten, Schulangst, Schulverweigerung, Aggressivität oder auch Fragen der Begabtenförderung. Die Schulpsychologen verstehen sich darüber hinaus auch als Moderatoren schulinterner Diskurse zur Weiterentwicklung der Schule, z.B. bei der Schulprogrammarbeit.
"Die Einbindung der Schulpsychologie in die Staatlichen Schulämtern ermöglicht den Zugang zu vielen institutionellen und methodischen Ressourcen. Das erleichtert die Möglichkeit für die Schulpsychologie, verstärkt präventiv tätig zu sein", so Wolff. Als sehr erfolgreich erwiesen habe sich die Mitwirkung von Schulpsychologen als Projektleiter in den drei hessischen Modellprojekten zur Prävention von Lese- und Rechtschreibschwächen. Kern des Projektes in Nordhessen z.B. ist die Ausbildung von Lehrkräften zu Schriftsprachmoderatoren, die danach wiederum ihrerseits kontinuierliche und institutionalisierte Lehrerfortbildung leisten.
Als weiteres Beispiel für erfolgreiche schulpsychologische Arbeit mit großer Breitenwirkung nannte Wolff die Suchtprävention in der Schule. Hier habe die Schulpsychologie von der Konzeptentwicklung bis zur Festlegung von Strukturen für dessen Umsetzung in den Staatlichen Schulämtern und Schulen beispielhafte Entwicklungsarbeit geleistet. Im Ergebnis unterstützten heute 750 Beratungslehrkräfte für Suchtprävention ihre Schule bei der Entwicklung und Umsetzung schuleigener Präventionskonzepte.
"Künftig können Schulpsychologen verstärkt auch bei der Auswahl und Qualifizierung des Leitungspersonals in Schulen und Schulverwaltung wertvolle Beiträge leisten", sagte Wolff. Dies gelte auch für die Planung, Durchführung und Evaluation von Leistungsmessungen sowie für die Entwicklung von Konzepten für eine neue Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Schulen.
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