60 Jahre Kriegsende

Am kommenden Montag wird Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) an der zweitägigen Veranstaltung "60 Jahre Kriegsende in Thüringen - Chance für Demokratieentwicklung" teilnehmen und zum Thema "Im Mittelpunkt der Schularbeit - Demokratieerziehung" sprechen. Die Veranstaltung findet am ersten Tag in Bad Soden-Allendorf und danach in Ohrdruf statt und wird vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien organisiert.

01.04.2005 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

Zeit: Montag, 4. April 2005, 9 Uhr
Ort: Ohrdruf, Goldberg-Sporthalle

Minister Goebel sagte im Vorfeld: "Der Tag des Kriegsendes war ebenso der Tag der Befreiung Europas und damit auch Deutschlands von der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft. Buchenwald steht also sowohl für den Terror der braunen Diktatur in den Jahren von 1937 bis 1945. Es steht andererseits für Terror der roten Diktatur für die Jahre 1945 bis 1950. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, nach dem Ende des NS-Regimes befreite am 11. April 1945 die amerikanische Armee endgültig die überlebenden Häftlinge des KZ Buchenwald, aber auch des Außenlagers hier in Ohrdruf vom Joch der NS-Diktatur. Nach der Übergabe Thüringens an die Sowjetunion am 2. Juli 1945 wurde aus dem NS-Konzentrationslager seit August 1945 das Speziallager Nr. 2 Buchenwald. Wieder gab es Verbrechen gegen die Menschenwürde, diesmal aber von der roten Diktatur. Für die, die überlebten, öffneten sich erst 1950 wieder die Tore, um danach bis 1990 darüber schweigen zu müssen. 1990 war das Entsetzen groß, als die ganze Wahrheit bekannt wurde.

Wir müssen uns auch mit diesem düsteren Kapitel der Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinander setzen. Die Fähigkeit, demokratisches Bewusstsein und demokratische Verhaltensformen zu entwickeln, also Demokratiekompetenz zu erlangen, kann sich auch und gerade in der vorurteilsfreien offenen Auseinandersetzung mit den Diktaturen des vorigen Jahrhunderts - ob braun oder rot - entwickeln. Unsere Schüler brauchen heute fundierte historische und politische Kenntnisse. Nur so werden sie urteilsfähige und handlungsfähige Demokraten. Im Unterricht bieten Projektarbeiten, Exkursionen, aber auch die Schuljugendarbeit Gelegenheit, durch Bewältigung der Vergangenheit eine Zukunft in Demokratie, Freiheit und Menschen zu ermöglichen."


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