Ausstellung "Rock! Jugend und Musik in Deutschland" ab dem 17.12.05 in Leipzig

In Leipzig wird heute eine Wechselausstellung eröffnet, die vom 17. Dezember 2005 bis 17. April 2006 zu sehen ist. Die Schau entstand in Kooperation von Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Zeitgeschichtlichem Forum Leipzig. Sie umfasst 50 Jahre Rockgeschichte in Deutschland. Parallelen und Unterschiede im Selbstverständnis von musikbegeisterten Jugendlichen in Ost und West werden aufgezeigt. Mit rund 1.200 Exponaten macht "Rock! Jugend und Musik in Deutschland" die Vielfalt der Rockmusik anschaulich und bindet diesen Bereich deutscher Alltagskultur in seine gesellschaftlichen und politischen Kontexte ein.

16.12.2005 Pressemeldung Bundeszentrale für politische Bildung

Thomas Krüger, Präsident der bpb, erklärte: "Protest, Visionen, Sehnsucht nach Liebe: die Themen, die junge Menschen unmittelbar bewegen, sind immer auch die Themen des Rock. Millionen Heranwachsender in Deutschland sind von seinen musikalischen Ausdrucksformen und Botschaften geprägt worden. Die Ausstellung setzt ihre Besucher auf die Spur dieser Einflüsse und zeichnet so ein halbes Jahrhundert politischer Sozialisation durch Gitarrenriffs und Lebensstile nach."

In der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR war Rockmusik Teil unterschiedlicher Jugend-kulturen - von den "Halbstarken" über die "Hippies" bis zu den "Punks", "Gothics", "Hip Hopern" oder "Ravern". An ihr entzündeten sich immer wieder Konflikte mit Erwachsenen. Das SED-Regime fühlte sich durch den "Westimport" provoziert. Es verdächtigte die Rockmusik und ihre Anhänger, den DDR-Sozialismus zu untergraben.

Die Ausstellung führt von den 1950er Jahren mit Elvis, dem "King of Rock'n'Roll", und dem "Lipsi" - dem Tanz, den die SED der DDR-Jugend vergeblich als Alternative aufdrängte - weiter zu Exponaten von den Beatles und den Rolling Stones aus den 1960er Jahren. Gezeigt werden Relikte aus der Hippie-Bewegung und der Zeit der unterdrückten Beatmusik in der DDR. Marius Müller-Westernhagens erster Konzertvertrag, Udo Lindenbergs Schlagzeug und ein Bühnenkostüm von Nina Hagen illustrieren die deutschsprachige Rockmusik der 1970er Jahre. Zu sehen ist auch die Geige, mit der Georgi Gogow 1975 den legendären Hit "Am Fenster" der DDR-Band City einspielte.

Der von dem Leipziger Helmut Richter gedichtete Text zum Hit "Über sieben Brücken musst du gehn" der Gruppe Karat ist in der Ausstellung erstmals im Original zu sehen. Die Vielfalt der Musikentwicklung in den 1980er Jahren wird den Besuchern an Beispielen des Punk und des Hip Hop vorgestellt. Skateboard und Graffiti, Love Parade und Videoclips stehen für die Musik- und Jugendkultur der Gegenwart. Die Ausstellung endet mit einer "Wall of fame". Zu sehen sind hier u. a. eine Gitarre von Brian Jones, eine Mundharmonika von Bob Dylan, ein Hemd von Jim Morrison und Handschuhe von Madonna.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Freitag 9.00 - 18.00 Uhr, Samstag/Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Pressefotos zum Download und weitere Infos unter www.hdg.de


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