Ausstellung über Schillers Mannheimer Jahre 1782 - 1785

"Es geht darum, Schillers Werk in seiner Vielfalt wieder bewusst zu machen, seine Sprache wieder zu entdecken. Es geht aber auch um den Menschen Schiller, seine Lebensbedingungen und seine Lebenswelt. Diese Aspekte zeigt die Ausstellung ´SchillerZeit in Mannheim´ in eindrucksvoller Weise."

16.09.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Mit diesen Worten eröffnete Kunstminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am 16. September die Mannheimer Schiller-Ausstellung und damit auch das neue "Museum SchillerHaus" in Mannheim. Neben der erfolgreichen Ausstellung "Götterpläne und Mäusegeschäfte" im Marbacher Schiller-Nationalmuseum werde in Mannheim eine weitere herausragende Ausstellung im Schiller-Jahr 2005 geboten, so Frankenberg.

Wie bei kaum einem anderen deutschen Dichter verstellten langlebige Vorstellungen und Vorurteile den freien Blick auf den Menschen Schiller - den armen, ewig leidenden, sprachschöpfenden, stets mit sich ringenden idealistischen Freiheitsdichter, sagte der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst. "Schiller, der Held des 19. Jahrhunderts, wurde zum Idol der damaligen demokratischen Bewegung. Zu seinem 100. Todestag im Jahr 1905 reklamierten alle gesellschaftlichen Gruppen Schiller für sich: die wilhelminische Obrigkeit, die Deutschnationalen, die Bildungsbürger, die Sozialdemokraten." Die Nationalsozialisten hätten dann den Nationaldichter Schiller für ihre Ideologie in ähnlicher Weise missbraucht wie später die DDR.

"Der überbordende Schillerkult der letzten 200 Jahre ist Vergangenheit", betonte der Minister. Mit dem Kult sei allerdings auch die Kenntnis und Lektüre des Klassikers weitgehend verschwunden. Neue Leseimpulse könne die Mannheimer Ausstellung setzen: Sie zeigt die, allerdings kurze, Liebe Schillers zu der Stadt, in der er 1782 bis 1785 lebte - "drei Jahre, die für die künstlerische Entwicklung Schillers entscheidend waren". So beleuchte die Ausstellung in den Reiss-Engelhorn-Museen Schillers Mannheimer Lebens- und Arbeitsumstände, das Theaterleben in der Quadratestadt, Schillers Freunde und Gegner. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Rezeptionsgeschichte des Schillerschen Werkes im Theater und im Film.

Um in Mannheim einen bleibenden Ort für die Begegnung mit Friedrich Schiller zu schaffen, hat die Stiftung für die Reiss-Engelhorn-Museen auf Initiative des Fördererkreises und mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Landesstiftung Baden-Württemberg ein Gebäude erworben und zum Schiller-Haus umgebaut. Frankenberg: "Über diese Initiative freue ich mich besonders, da die literarischen Museen des Landes dem Wissenschafts- und Kunstministerium ein besonderes Anliegen sind."

Zur Pflege des Andenkens wichtiger Autoren des Landes hat das Ministerium im Jahr 1980 die "Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten" geschaffen. Sie betreut mittlerweile über 90 Museen und Gedenkstätten museumsdidaktisch und unterstützt sie finanziell. "Diese Einrichtung ist in Deutschland einmalig und hat Vorbildcharakter für die regionale Pflege des literarischen Erbes", so Frankenberg. Für die Mitfinanzierung von Veranstaltungen in den literarischen Museen stelle das Ministerium in diesem Jahr 50.000 € zur Verfügung.


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